Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Rechtliche Stellung der Biosphärenreservate

Biosphärenreservate im deutschen Naturschutzrecht

Der Naturschutz ist in Deutschland Zuständigkeit der Länder. Der Rahmen wird im Abstimmung mit dem Bund definiert. Biosphärenreservate sind in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) gesichert, dessen § 25 definiert Biosphärenreservate wie folgt (zuletzt novelliert 2009):

"(1) Biosphärenreservate sind rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die

    1. großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind,
    2. in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im Übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen,
    3. vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen und
    4. beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen.

(2) Die Länder stellen sicher, dass Biosphärenreservate unter Berücksichtigung der durch die Großräumigkeit und Besiedlung gebotenen Ausnahmen über Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen entwickelt werden und wie Naturschutzgebiete oder Landschaftsschutzgebiete geschützt werden.

(3) Biosphärenreservate sind unter Berücksichtigung der durch die Großräumigkeit und Besiedlung gebotenen Ausnahmen über Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen zu entwickeln und wie Naturschutzgebiete oder Landschaftsschutzgebiete zu schützen.

(4) Biosphärenreservate können auch als Biosphärengebiete oder Biosphärenregionen bezeichnet werden."

Online-Version BNatSchG (PDF)

Aufgrund des BNatSchG können die Bundesländer Biosphärenreservate ausweisen, viele Länder haben jüngst durch Novellierung ihrer Landesnaturschutzgesetze entsprechende Voraussetzungen geschaffen. Diese per Landesrecht ausgewiesenen Biosphärenreservate müssen noch nicht notwendigerweise mit den Vorgaben der UNESCO übereinstimmen. Einige Biosphärenreservate wurden bereits vor der rahmenrechtlichen Regelung durch die Bundesländer in die Landesnaturschutzgesetze aufgenommen.

Biosphärenreservate als Gebiete gemäß der Leitlinien der UNESCO

Die international gültigen Leitlinien für UNESCO-Biosphärenreservate wurden 1996 verabschiedet. Das Bundesamt für Natuschutz hat sie 1996 zusammen mit der Sevilla-Strategie ins Deutsche übersetzt. Für den Zeitraum 2008 bis 2013 ist der Aktionsplan von Madrid einschlägig.

Gemäß seines von der UNESCO und vom BMU definierten Mandats wurde dieser Kriterienkatalog vom deutschen MAB-Nationalkomitee im Hinblick auf die Situation in Deutschland angepasst, ohne ihn abzuschwächen oder zu verschärfen. Diesen für die Anerkennung und Evaluierung der deutschen UNESCO-Biosphärenreservate gültigen Kriterienkatalog hat das MAB-Nationalkomitee zuletzt 2007 überarbeitet. Er steht zum Download zur Verfügung.