Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Erfolgsgeschichten

© Dr. Gertrud Hein
Bild von Wanderern im Biosphärenreservat

Die Vereinten Nationen definieren Nachhaltigkeit als das Ziel, gleichzeitig den Ansprüchen der heutigen Generation und den Bedürfnissen künftiger Generationen gerecht zu werden. Seit 1971 erforscht das UNESCO-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) Nachhaltigkeit und das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt (Biosphäre). Gegründet wurde es durch Resolution 16 C/Res. 2.313der UNESCO-Generalkonferenz.

Die UNESCO-Biosphärenreservaten verwirklichen den Anspruch, Nachhaltigkeit in allen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten zu leben, wie Beispiele aus den deutschen Biosphärenreservaten zeigen:

  • Umweltgerechte Landnutzung: In Schorfheide-Chorin wurde der Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlichen Nutzfläche seit 1993 von 5 Prozent auf 25 Prozent gesteigert.
  • Existenzgründung: In Südost-Rügen wurden im "Jobmotor Biosphäre" bisher über 80 Unternehmen gegründet, mit einer Erfolgsquote von 84 Prozent.
  • Tourismus mit der Natur: Im Vessertal werden attraktive Busangebote für den Freizeitverkehr gefördert und den Urlaubern innovative Bildungs- und Informationsangebote gemacht; auf 367 km2 wurde ein neues Wegenetz eingerichtet.
  • Grenzübergreifende Zusammenarbeit: Das Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen ist das erste grenzüberschreitende der EU; es gibt zweisprachige Publikationen heraus, Umweltdaten werden ausgetauscht.
  • Naturschutz: Am Schaalsee wurden Fließgewässer und Moore auf über 15 km2 revitalisiert, Klima- und Hochwasserschutz, Wasserqualität und Erholungswert wurden verbessert.
  • Vermarktung regionaler Produkte und Imagebildung: In der Rhön sehen 72 Prozent der Bewohner durch das Biosphärenreservat Vorteile für die Region. Beispiele erfolgreicher Vermarktung sind "Rhönschaf" und "Rhönapfel".
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung: In der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft finden pro Jahr 260 Exkursionen, 30 Projekttage, 30 Naturerlebniswanderungen, 80 Freizeitgruppentreffen und fünf Feriencamps statt.
  • Umweltbeobachtung: In den drei deutschen Wattenmeer-Biosphärenreservaten wurde eine standardisierten Beobachtung eingerichtet mit regelmäßiger Erfassung von 30 Umweltdaten (Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein).