Deutsche UNESCO Kommission e.V.

UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau

Das Biosphärenreservat Bliesgau liegt im Südosten des Saarlands, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und zu Frankreich. Die leicht hügelige Landschaft des Bliesgaus nutzt der Mensch seit Jahrtausenden. Sie ist geprägt durch wertvolle Streuobstbestände, verschiedene artenreiche Wiesen, ausgedehnte Buchenwälder und eine Auenlandschaft, die durch das Flüsschen Blies durchzogen wird. Der Norden des Bliesgaus ist städtisches Einzugsgebiet; mit einer Bevölkerungsdichte über dem Bundesdurchschnitt ist der Bliesgau insgesamt im Vergleich zu den anderen deutschen Biosphärenreservaten eher städtisch geprägt. Die Stadt-Land-Beziehung mit all ihren Facetten, Einflüssen und Veränderungen ist deshalb einer der Schwerpunkte in der wissenschaftlichen Forschung.

Blick über das Bliesgau

Eine Besonderheit der Region ist die Vielfalt der Landschaft: verschiedene Lebensräume greifen auf engem Raum ineinander und sind ein Zuhause für viele seltene Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten; die meisten im saarländischen Vergleich. Der Bliesgau beherbergt etwa 80 Prozent des gesamten Vorkommens des vom Aussterben bedrohten Steinkautzes, besonders häufig ist auch der Skabiosenscheckenfalter und auf den Muschelkalkböden kann man nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten bewundern. Das Naturschutzgroßvorhaben „Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe“ bewahrt die wertvollsten natürlichen Schätze des Biosphärenreservates.

Die traditionelle, kleinparzellierte Kulturlandschaft ist vor allem durch Aufgabe unwirtschaftlicher Flächen bedroht. So sind in den letzten 30 Jahren 50 Prozent der Obstbäume verschwunden. Daher sucht Biosphärenreservat zusammen mit der Landwirtschaft nach neuen Wegen. Großes Potenzial besteht im Hinblick auf erneuerbare Energien, vor allem Biomasse aus der Land- und Forstwirtschaft zur Energiegewinnung. Mit dem „Bliesgau-Regal“ gibt es bereits ein Instrument zur aktiven Förderung der Regionalvermarktung. 18 Lieferanten vermarkten rund 80 verschiedene Produkte in rund 30 Super- und Getränkemärkten sowie Bäckereien.

Eine weitere Herausforderung ist der demographische Wandel und seine Folgen für suburbane und ländliche Räume. Das Biosphärenreservat entwickelt modellhaft Dorfkerne weiter, sorgt sich um dörfliche Infrastruktur, Landschaftsentwicklung, und lokale soziale Netzwerke.

Das Ökologische Schullandheim Spohns Haus in Gersheim ist wichtiger Kooperationspartner des Biosphärenreservates. Wegen der konsequenten Orientierung der Bildungsangebote an den Prinzipien der Nachhaltigkeit, wurde es als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

  • Jahr der Anerkennung durch die UNESCO: 2009
  • Fläche: insgesamt 361,5 km2 (davon 11 km2 Kernzone, 70,5 km2 Pflegezone)
  • Repräsentative Lebensräume: bodensauere und mesophile Buchenwälder, Eichen-Hainbuchenwäldern, Kalk-Halbtrockenrasen, Salbei-Glatthaferwiesen, Streuobstwiesen, Bliestal mit ausgedehnten Überschwemmungsflächen ist durch einen Wechsel von großflächig genutzten Auenwiesen, Röhrichten, Hochstaudenfluren und Auenwäldern
  • Beispiele für Biosphärenreservatsfunktionen: Forschungskuratorium, Bliesgauregal, Ökologisches Schullandheim Spohns Haus, "Energieinitiative Solarstadt St. Ingbert"
  • Bundesland: Saarland
  • Landkreise: Saarpfalz-Kreis, Saarbrücken
  • Verwaltung (Informationszentrum ist in Vorbereitung):
    Biosphärenzweckverband Bliesgau
    Paradeplatz 4
    66440 Blieskastel
    Telefon (06842) 960090
  • Internet-Link zur Darstellung der UNESCO:
    www.unesco.org/mabdb/br/
  • Internet-Link zur Verwaltung:
    www.biosphaere-bliesgau.eu
  • Internet-Link zum Förderverein:
    http://www.biosphaere-bliesgau.eu/index.php/de/biosphaerenverein-bliesgau
  • Seite auf den Nationalen Naturlandschaften:
    http://www.nationale-naturlandschaften.de/portfolio-items/biospharenreservat-bliesgau/