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Biologische Vielfalt

Der Mensch beeinflusst die Biosphäre in umfassender Weise. Er heizt nicht nur das Klima auf, er beutet nicht nur Wasserreserven aus, sondern er beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit fast aller Ökosysteme. Wenn jeden Tag schätzungsweise 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben, wenn Feuchtgebiete und Tropenwald verschwinden, wenn Korallenriffe absterben, hat dies sehr ernste Folgen für die Zukunftsfähigkeit der menschlichen Gesellschaft. Der Mensch ist von stabilen und funktionsfähigen Ökosystemen und ihren kostenlosen Dienstleistungen abhängig.

Biologische Vielfalt oder Biodiversität bezeichnet den Reichtum an Tier- und Pflanzenarten, ihre genetische Vielfalt und die Vielfalt und Funktionsfähigkeit von ganzen Lebensräumen oder Ökosystemen. Die biologische Vielfalt bewahren zu wollen ist daher etwas fundamental Anderes als die Sorge um einzelne Eisbären oder Vogelarten. Bei den internationalen Anstrengungen zur Bewahrung biologischer Vielfalt geht es darum, das Überleben des Menschen auf diesem Planeten zu sichern. Wenn Wälder nicht mehr Abgase filtern oder vor Lawinen schützen, wenn Fischbestände zusammenbrechen, wenn ganze Landstriche durch Übernutzung unbewohnbar werden, schneidet sich die Menschheit ins eigene Fleisch. Zwar ist Artensterben in der Erdgeschichte ein natürlicher und wichtiger Prozess. Allerdings ist das heutige Artensterben tausendmal schneller als natürlich und kann auf der dicht bevölkerten Erde zu völlig unvorhersehbaren Kettenreaktionen führen.

Die scheinbaren Bäche sind Salzablagerungen. Die Erosionslandschaft hat kaum mehr einen Nutzen.

Das 1992 in Rio de Janeiro vereinbarte Völkerrechts-Übereinkommen CBD wurde mittlerweile von 193 Staaten ratifiziert. In der CBD bekennen sich die Staaten, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen und deren Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und in Zukunft davon leben können. Von Jahr zu Jahr wird es immer mehr Entscheidungsträgern klar, dass die Ziele der CBD Priorität haben müssen. Die EU verfolgt mit der EU-Strategie für biologische Vielfalt ehrgeizige Ziele. Deutschland hat eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt.

Die UNESCO unterstützt die internationale Zusammenarbeit der Forschung zur biologischen Vielfalt, zum Beispiel als einer der Träger des globalen Forschungsprogramms DIVERSITAS (demnächst Teil von "Future Earth"). In den Biosphärenreservaten werden weltweit Forschungsprojekte und Schutzmaßnahmen für biologische Vielfalt umgesetzt, zum Beispiel für Menschenaffen in Zentralafrika. Ein besonderer Schwerpunkt der UNESCO ist, den Zusammenhang zwischen biologischer und kultureller Vielfalt zu verdeutlichen. Über die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" will sie die Bedeutung biologischer Vielfalt in den Bildungssystemen verankern. Außerdem hat die UNESCO entscheidend zu internationalen  Studien beigetragen, zum Beispiel zum "Millennium Ecosystem Assessment" (MEA) oder zum "International Assessment of Agricultural Knowledge Science and Technology for Development" (IAASTD). Auch die UNESCO-Weltnaturerbestätten schützen die biologische Vielfalt.

Nach dem Ende des Internationalen Jahres der Biologischen Vielfalt erklärten die Vereinten Nationen die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade der Biologischen Vielfalt. Auch hier spielt die UNESCO eine wichtige Rolle. Im April 2012 wurde bschlossen, das Sekretariat für die neue "Zwischenschataatliche Plattform für Wissenschaft un dPolitik zu Biodiversität und Ökosystemfunktionen" (IPBES) in Bonn anzusiedeln. 

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