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Weltkonferenz der Bildungsminister (ICE)

"Inklusive Bildung: der Weg der Zukunft" war das Thema der 48. UNESCO-Weltkonferenz der Bildungsminister vom 25. bis 28. November 2008 in Genf. Regierungsvertreter, Wissenschaftler und Bildungsexperten zwischenstaatlicher Organisationen tauschten zum Thema Inklusion die Erfahrungen der jeweiligen Länder und Regionen aus. Das Abschlussdokument der Konferenz "Conclusions and Recommendations" fordert die Mitgliedstaaten auf, ihre Bildungssysteme inklusiv zu gestalten.

In dem Konzept "Inklusion" spielt die Anpassung der Bildungssysteme an die Bedürfnisse aller Lernenden eine wichtige Rolle. Die Konferenz befasste sich mit der Klärung des Begriffes: Inklusion fordert die Bildungsbeteiligung aller benachteiligten Gruppen. Welchen Gruppen der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung versperrt oder zumindest erschwert wird, variiert in den verschiedenen Regionen der Welt stark. So sind verschiedene Gruppen von Exklusion betroffen oder bedroht, zum Beispiel körperlich oder geistig Behinderte, Straßenkinder, Flüchtlinge, HIV- und AIDS-Waisen, Opfer von Armut und Opfer von Gewalt.

So verschieden die Bedürfnisse einzelner Gruppen auch sind, eines ist inklusiven Bildungssystemen gemeinsam: Nicht der Lernende hat sich in ein bestehendes System zu integrieren, vielmehr bedarf es flexibler Bildungsangebote, die sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Lernenden anzupassen vermögen. Insofern ist der Begriff der "Inklusion" dem Begriff der "Integration" vorzuziehen.

Dieses Verständnis des Konzepts Inklusion ist vor dem Hintergrund des UNESCO-Weltbildungsberichts 2009 bedeutend, der am 25. November auf der Konferenz vorgestellt wurde. "Ungleichheit überwinden: Warum politisches Handeln zählt", so lautet der Titel des Berichts.

Der Direktor des Berichts, Kevin Watkins, stellte die zentralen Aussagen bei einer Pressekonferenz vor: Einkommen, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Muttersprache und Behinderung führen zu deutlicher Bildungsbenachteiligung. Um die Dakar-Ziele bis zum Jahr 2015 noch zu erreichen, sei es notwendig, dass sich die Regierungen stärker für Inklusion einsetzen. Darüber hinaus müssen die Geberländer ihren bereits getroffenen Zusagen für Entwicklungshilfen nachkommen, wenn das Ziel "Bildung für Alle" erreicht werden soll, so der Weltbildungsbericht 2009.

Zwei Generaldebatten und zwölf Workshops vertieften das Thema. Die Teilnehmer waren sich einig, dass ohne inklusive Bildung die Ziele des UNESCO-Programms Bildung für Alle bis 2015 nicht erreicht werden können. Bildungsqualität und Inklusion schließen sich nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Notwendig seien eine umfassende Ausbildung der Lehrkräfte und die flexible Gestaltung von Curricula. Inklusion müsse nicht nur den Zugang zu Bildungsangeboten für alle sichern, sondern darüber hinaus auch die aktive Teilnahme aller und letztlich substanzielle Lernerfolge für alle. Nationale und internationale Ausgaben für Bildung dürften auch vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise nicht eingeschränkt werden, so der einstimmige Appell der Teilnehmer.

An der 48. Weltbildungsministerkonferenz nahmen rund 1400 Bildungsexperten aus aller Welt teil. Die deutsche Delegation wurde geleitet von Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen in Schleswig-Holstein (2005 bis 2009).

Das International Bureau of Education (IBE) der UNESCO ist seit 1934 für die Organisation der Weltkonferenz der Bildungsminister zuständig. Die Konferenz findet alle drei bis vier Jahre statt. Das jeweilige Thema der ICE wird vom IBE vorgeschlagen und von der Generalkonferenz der UNESCO verabschiedet.

Über die 48. Weltbildungsministerkonferenz informiert die ICE Website: 48th International Conference on Education "Inclusive Education: The way of the future"

 
Dokumente zur 48. ICE (in englischer Sprache):

Das von den Teilnehmern der Konferenz verabschiedete Abschlussdokument Conclusions and Recommendations hält die Ergebnisse der Konferenz und Empfehlungen der Teilnehmer fest: Die Bedeutung inklusiver Bildung für die Bekämpfung von Armut, die Verbesserung von Gesundheit und Existenzgrundlagen wird betont. Inklusion wird als fortwährender Prozess definiert, der auf hochwertige Bildung für alle zielt und der jegliche Form von Diskriminierung ausschließt. Die zentrale Forderung lautet, Bildungssysteme inklusiv zu gestalten.

Über das Konzept "Inclusive Education" und die Themen der Workshops informiert das zentrale Hintergrunddokument der Konferenz: Reference Document

Meldungen

Inklusion: Der Weg der Zukunft. Die 48. UNESCO-Weltkonferenz der Bildungsminister in Genf 

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