Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:


[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen



schließen
MenüService
Suche
  • Home
  • Schriftgröße

Berufliche Bildung

Berufliche Bildung (Technical and Vocational Education and Training – TVET) und die Entwicklung von Kompetenzen für den Arbeitsmarkt spielen eine wesentliche Rolle im Bildungsprogramm der UNESCO. Berufliche Bildung ist ein Schlüsselinstrument für Entwicklung. Sie ermöglicht Menschen, ihre Potenziale zu entwickeln, und vermittelt Wissen und technische Kompetenzen, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können und so prekären Lebensumständen und Armut zu entgehen.

Berufsschülerinnen
CC-BY 2.0 Arbeitgeberverband Gesamtmetall

Die Agenda "Bildung 2030", die in Ziel 4 der nachhaltigen Entwicklungsagenda (Sustainable Development Goals, SDGs) enthalten ist, fordert daher in ihren Unterzielen, dass bis zum Jahr 2030 Frauen und Männern ein gleichberechtigter und bezahlbarer Zugang zu hochwertiger beruflicher und akademischer Bildung ermöglicht wird. Zudem soll bis 2030 sichergestellt werden, dass eine deutlich höhere Anzahl an Jugendlichen und Erwachsenen diejenigen Kenntnisse erwirbt, die für eine Beschäftigung oder Selbstständigkeit relevant sind.

Berufsbildungsstrategie

Aufgrund der hohen Relevanz des Themas hat die UNESCO seit 2009 eine separate Berufsbildungsstrategie. Im April 2016 wurde die neue Berufsbildungsstrategie 2016-2021 verabschiedet. Diese verfolgt drei zentrale Ziele: die Förderung einer höheren Beschäftigungsrate von Jugendlichen und von beruflicher Selbstständigkeit, die Förderung von Chancengerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung sowie die Förderung der Transformation hin zu nachhaltigen Wirtschaftsformen und Gesellschaften.

UNESCO-Empfehlung zur Berufsbildung

Die 38. UNESCO-Generalkonferenz verabschiedete im November 2015 die überarbeitete Empfehlung zur Berufsbildung. Sie adressiert alle Mitgliedstaaten. Die UNESCO-Empfehlung zur Berufsbildung bietet somit internationale Leitlinien im Bereich der beruflichen Bildung. Die Mitgliedstaaten berichten regelmäßig (i.d.R. alle vier Jahre) über die Umsetzung der Empfehlung.

Die UNESCO-Empfehlung verfolgt verschiedene Ziele: Berufliche Bildung soll Individuen stärken und Beschäftigung, angemessene Arbeit sowie lebenslanges Lernen fördern. Inklusives und nachhaltiges ökonomisches Wachstum soll durch die berufliche Bildung gefördert werden. Zudem sollen soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit gefördert werden. Die Empfehlung unterstreicht die Bedeutung des dualen Ausbildungssystems und die Orientierung am Arbeitsmarkt. Zudem bezieht die Empfehlung die Sozialpartner mit ein.

Der Text der Empfehlung bietet Leitlinien zu folgenden Themen:

•    Policies und Governance
- Entwicklung von Policies
- Governance und Regulierungsrahmen
- Sozialer Dialog, Privatsektor und Einbeziehung weiterer Stakeholder 
- Finanzierung
- Chancengerechtigkeit und Zugang

•    Qualität und Relevanz
- Lernprozesse
- Berufsbildungspersonal
- Qualifizierungssysteme und Lernwege
- Qualität und Qualitätssicherung
- Relevanz für den Arbeitsmarkt und die Arbeitswelt
- Information und Beratung

•    Monitoring und Evaluierung

•    Forschung und Wissensmanagement

•    Internationale Kooperation

Deutschland wirkte intensiv an der Überarbeitung der UNESCO-Empfehlung zur Berufsbildung mit. Die Überarbeitung der Empfehlung zur Berufsbildung fand abgestimmt mit der Überarbeitung der Empfehlung zur Erwachsenenbildung statt.

Weltbildungsbericht 2012

Der Weltbildungsbericht 2012 widmete sich den Themen Jugend, Qualifikation und Arbeit und untersucht, wie Kompetenzentwicklungsprogramme die Chancen junger Menschen auf adäquate Jobs und bessere Lebensbedingungen erhöhen können. Der Bericht greift das Problem auf, dass weltweit zu viele junge Menschen die Schule verlassen, ohne die notwendigen Kompetenzen erworben zu haben, um eine angemessene Arbeit zu finden und am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren. 

Das Internationale Berufsbildungszentrum UNESCO-UNEVOC

Seit 2002 ist das internationale Berufsbildungszentrum der UNESCO (UNEVOC) in Bonn ein zentraler Akteur in der Berufsbildungsarbeit der UNESCO. Es koordiniert die Arbeit eines Netzwerks von über 290 UNEVOC-Zentren in 167 Ländern, darunter zwei deutsche UNEVOC-Zentren: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ist seit 1994 Mitglied des weltweiten Netzwerks aus Berufsbildungsinstitutionen und -organisationen. Seit 1999 besteht ein Kooperationsabkommen zwischen beiden Organisationen. Das UNEVOC-Zentrum "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung" in Magdeburg wurde 2010 gegründet und ist eine Kooperation der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung. 

Internationaler Berufsbildungskongress der UNESCO

Nach den Vorgängerkongressen 1987 in Berlin und 1999 in Seoul fand im Mai 2012 der dritte internationale Berufsbildungskongress der UNESCO in Shanghai statt. Unter dem Motto "Transforming TVET – Building skills for Work and Life" diskutierten über 350 Teilnehmer aus mehr als 90 Ländern über die globalen Herausforderungen im Bereich der Berufsbildung. Der Kongress befasste sich mit neuen Möglichkeiten für Kooperationen und zur Finanzierung der Berufsbildung, diskutierte den Zusammenhang zwischen Berufsbildung und Entwicklungszusammenarbeit und bessere Übergangslösungen zwischen schulischer Bildung und dem Arbeitsmarkt. Internationale Organisationen wie die ILO, die OECD, die Weltbank und die Weltgesundheitsorganisation waren in die Beratungen eingebunden. Als Ergebnis wurden Empfehlungen zur weiteren Arbeit der UNESCO im Bereich der Berufsbildung verabschiedet.

Weitere Informationen:

Webseite der UNESCO

Infografik zur neuen TVET-Strategie

Suche

Newsletter

Abonnieren Sie unsere verschiedenen Newsletter. mehr...