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Weniger als die Hälfte der minderjährigen Flüchtlinge besuchen eine Schule

2,3 Milliarden US-Dollar für Bildung in Notfällen benötigt

Weltweit besuchen nur 50 Prozent der Flüchtlinge im Grundschulalter und 25 Prozent im Sekundarschulalter eine Schule. Das zeigt die Studie "No more excuses", die von der UNESCO und dem UN-Flüchtlingswerk UNHCR anlässlich des Weltgipfels für humanitäre Hilfe (23. bis 24. Mai in Istanbul) veröffentlicht wurde. Die Autoren des Berichts appellieren an alle Verantwortlichen, Vertriebene in nationale Bildungssysteme zu integrieren. 2,3 Milliarden US-Dollar werden benötigt, um den Bildungsbedarf von geflüchteten Kindern und Jugendlichen decken zu können.

© UNHCR/Shawn Baldwin
© GEMReport/Seivan Salim

"Derzeit gibt es so viele Flüchtlinge wie nie zuvor. Sie setzen Bildungssysteme weltweit unter Druck, denn auch geflüchtete Kinder haben selbstverständlich ein Recht auf Bildung. Durch den Krieg entwurzelte Kinder dürfen nicht auch noch aufgrund mangelnder Bildung ihrer Zukunftschancen beraubt werden. Hierzulande gilt das Schulbesuchsrecht für Flüchtlinge ab dem ersten Tag, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Die Beteiligten des deutschen Bildungssystems haben bereits enorme Kraftanstrengungen unternommen, um Flüchtlingen eine angemessene Bildung zu ermöglichen. Ausgebildete Lehrkräfte sind dabei zentral. Für Deutschland wurde ein Bedarf von insgesamt 20.000 neuen Lehrkräften festgestellt. Wir müssen den teils mühsamen Weg, um allen Kindern und Jugendlichen ihr Recht auf Bildung zu gewähren, weitergehen. Denn Bildung ist der Schlüssel für Integration", sagt Walter Hirche, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.

Weltweit bestehen laut der UNESCO/UNHCR-Studie erhebliche regionale Ungleichheiten beim Schulzugang für Flüchtlingskinder: Während 80 Prozent der Kinder im Grundschulalter in ausgewählten Flüchtlingscamps in Ägypten, dem Iran und im Jemen eine Schule besuchen, gilt dies nur für 56 Prozent der Kinder in äthiopischen Camps und 43 Prozent der Kinder in Camps in Pakistan. Der Zugang zur Sekundarschulbildung ist noch begrenzter: In Kenia, Pakistan und Bangladesch gingen beispielsweise weniger als 5 Prozent der geflüchteten Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren zur Schule. Auch die Teilhabe an frühkindlicher Bildung ist in zahlreichen Ländern limitiert. In der Türkei besuchen lediglich 7 Prozent der Flüchtlingskinder eine Einrichtung frühkindlicher Bildung. Und nicht zuletzt stellt der Mangel an qualifizierten Lehrkräften, die auf die vielfältigen Bedürfnisse der Flüchtlinge eingehen können, eine Herausforderung dar.

© UNHCR/Dominic Nahr
© UNHCR/Hélène Caux

Basierend auf den wenigen vorhandenen Daten zeigen die Autoren, dass von den syrischen Flüchtlingen im Schulalter, die außerhalb von Flüchtlingscamps leben, in Jordanien 53 Prozent und in der Türkei nur 30 Prozent eine Schule besuchen. Statistiken zu innerhalb eines Landes vertriebenen Personen sind ebenfalls rar. Daten über Nigeria im Jahr 2015 zeigen beispielsweise, dass durch Boko Haram vertriebene Kinder in 19 von 42 Flüchtlingscamps innerhalb Nigerias überhaupt keinen Zugang zu Bildung haben. Im Irak hatten lediglich 32 Prozent der im Land vertriebenen Kinder und Jugendliche einen Bildungszugang.  

Die Studie fordert:

  1. die Festschreibung des Rechts auf Bildung für gewaltsam Vertriebene in nationale Gesetzgebungen und politische Strategien,
  2. die Integration vertriebener Kinder und Jugendliche in nationale Bildungssysteme,
  3. die rasche Entwicklung flexibler Bildungsangebote, die unterschiedlichen Bedarfen gerecht werden,
  4. die Bereitstellung ausgebildeter und motivierter Lehrkräfte.
Array

Weitere Informationen:

Studie "No more excuses"  

Infografiken und Fotos  

Video   

Podcast 

Twitter: @GEMReport @Refugees/ #NoMoreExcuses

(Artikel erstellt am 23. Mai 2016)

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