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Februar 2015

Neue Struktur und neue Dynamik

Podiumsdiskussion auf der didacta zum UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat auf der didacta 2015 in Hannover eine Sonderschau zum Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung" präsentiert. Auf dem UNESCO-Tag am 25. Februar diskutierten hochrangige Vertreter aus Politik und Bildungspraxis bei einem Podiumsgespräch, wie sich das Aktionsprogramm in Deutschland strategisch umsetzen lässt.

Expertengespräch auf der didacta
© DUK

Der UNESCO-Tag auf der didacta richtete den Blick auf das Weltaktionsprogramm und die Zukunft der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Gut 100 Bildungsakteure aus ganz Deutschland kamen in Hannover zu einem Vernetzungstreffen zusammen, um miteinander zu diskutieren, welche Impulse die Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Deutschland braucht. Den Auftakt der Diskussion bildete ein von Tanja Busse moderiertes Expertengespräch, bei dem Möglichkeiten der Ausgestaltung des Weltaktionsprogramms und prioritäre Handlungsfelder erörtert wurden.

Damit die Implementierung von BNE in die Bildungssysteme gelingen kann, ist Unterstützung aus der Politik notwendig. Bettina Schwertfeger, Leiterin des Referats Bildung in Regionen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), kündigte an, dass für die bundesweite Umsetzung des Weltaktionsprogramms eine Nationale Plattform ins Leben gerufen wird. Unter der Leitung von Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, wird diese Plattform – ähnlich dem Nationalkomitee der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" – Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zusammenführen. Ein jährlicher Kongress soll künftig die Einbindung möglichst vieler Akteure in die Umsetzung des Weltaktionsprogramms gewährleisten. Weiterhin werde es wieder ein Verfahren zur Auszeichnung vorbildhafter Initiativen im Bereich BNE geben, allerdings in anderer Form als während der UN-Dekade.

Wenn im Weltaktionsprogramm vom "ganzheitlichen BNE-Ansatz" an Bildungseinrichtungen die Rede ist, dürfe das nicht nur auf den schonenden Umgang mit Ressourcen bezogen werden, erklärte Achim Beule vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg und Berichterstatter der Kultusministerkonferenz für BNE. Es gehe auch um einen Wandel im Umgang miteinander, in dessen Gestaltung alle einbezogen werden müssen. Eine solche ganzheitliche Transformation sei eine "Riesenherausforderung", so Beule.

"Eine große Chance für Bildungsqualität"

Als wichtigstes Handlungsfeld des Weltaktionsprogramms erachtet Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Bildungsforscherin an der Leuphana Universität Lüneburg, dass Lehrkräfte, Erzieher und Ausbilder bessere BNE-Kompetenzen erwerben. Die Voraussetzung dafür, dass alle anderen Prioritäten angegangen werden können, seien Menschen, die BNE vermitteln. BNE sei eine große Chance für die Bildungsqualität und müsse deshalb noch mehr als bisher Teil der Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals werden, so Ute Stoltenberg.

Das Weltaktionsprogramm sieht auch vor, die Jugend stärker in die Umsetzung einzubeziehen. Dieser Auftrag müsse bereits in den Planungen von Gremien einer nationalen Umsetzung mitbedacht werden, erklärte Johannes Geibel, Vorstandsvorsitzender der studentischen Initiative "Netzwerk n". Jugendvertreter wüchsen zwar in Gremien hinein, sagte Geibel, aber auch wieder hinaus. Diese "strukturelle Benachteiligung der Jugend" müsse gelöst werden. Wichtig sei außerdem, die Fähigkeiten Jugendlicher zu stärken, sich gegenseitig zu nachhaltigem Denken und Handeln zu befähigen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Weltaktionsprogramms ist die Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene durch BNE. Manfred Beck, Stadtrat für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration der Stadt Gelsenkirchen, betonte die Notwendigkeit der regionalen Vernetzung, um Transferstrukturen regional zu organisieren und Kompetenzen zu bündeln. Für viele Prozesse im Bildungsbereich wünsche er sich eine neue Dynamik.

Diese neue Dynamik für BNE kann möglicherweise vom Nationalen Aktionsplan für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms ausgelöst werden, den Bettina Schwertfeger vom BMBF ankündigte. Ein wichtiges Ziel der Bundesregierung sei es, Strukturen im Bereich BNE zusammenzuführen und Aktivitäten zu bündeln.

DUK präsentierte Sonderschau zur BNE

Bundesministerin Johanna Wanka am Messestand der DUK
© DUK

Am Eröffnungstag der didacta besuchte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, den Messestand der Deutschen UNESCO-Kommission und informierte sich über den Übergang von der UN-Dekade zum Weltaktionsprogramm. Die Sonderschau der Deutschen UNESCO-Kommission vermittelte den Messebesuchern umfassende Informationen zum Weltaktionsprogramm und zu seinen wichtigsten Aktionsfeldern. Offizielle Maßnahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zeigen, was in Deutschland bereits bewegt wurde und wie durch diese Maßnahmen die Zukunft der BNE mitgestaltet werden kann. Hintergrundinformationen bieten zahlreiche Publikationen der Koordinierungsstelle der UN-Dekade und der Arbeitsgruppen des Runden Tischs, die am Messestand der DUK auf der didacta präsentiert wurden.

Titelseite der UNESCO-Roadmap zum Weltaktionsprogramm 'Bildung für nachhaltige Entwicklung'
© DUK

Auch die deutsche Übersetzung der UNESCO-Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms "Bildung für nachhaltige Entwicklung" wurde auf der Bildungsmesse vorgestellt. Diese Roadmap soll fortgesetztes und neues Engagement für BNE anregen. Sie richtet sich an Regierungen und zwischenstaatliche Institutionen ebenso wie zivilgesellschaftliche Organisationen, Lehr- und Ausbildungskräfte. Die Roadmap soll die strategische Fokussierung auf die Ziele des Weltaktionsprogramms erleichtern. Die von der Deutschen UNESCO-Kommission herausgegebene deutschsprachige Fassung der Roadmap steht allen Interessierten auf dem BNE-Portal zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen:
www.bne-portal.de 

UNESCO-Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (Download in PDF)

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