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April 2015

Deutscher Launch des Weltbildungsberichts 2015

Direktor des GMR präsentiert Ergebnisse in Bonn

Am 21. April veranstalteten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Deutsche UNESCO-Kommission den deutschen Launch des Weltbildungsberichts. Der Direktor des Global Monitoring Reports (GMR) Dr. Aaron Benavot präsentierte die wichtigsten Ergebnisse des Berichts.

Walter Hirche, Helle Gudmandsen, Dr. Aaron Benavot, Roland Lindenthal und Dr. Roland Bernecker (von links)
© DUK

Der diesjährige UNESCO-Weltbildungsbericht zieht die Bilanz des weltweiten Aktionsprogramms "Bildung für alle", in dem vor 15 Jahren verbindliche Ziele für das Jahr 2015 festgeschrieben wurden: Ausbau der frühkindlichen Bildung, Grundschulbildung für alle Kinder, Absicherung der Lernbedürfnisse Jugendlicher, die Reduzierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen um die Hälfte, die Überwindung von Geschlechterdisparitäten und die Verbesserung der Bildungsqualität.

Nach dem internationalen Launch am 9. April wurde der Weltbildungsbericht "Education for All 2000-2015: Achievements and Challenges" nun auch in Bonn präsentiert. 40 Expertinnen und Experten aus dem Bildungs- und Entwicklungsbereich nahmen am Launch teil und diskutierten die Ergebnisse des Berichts sowie die zukünftige Bildungsagenda.

Dr. Aaron Benavot
© DUK

Nach der Begrüßung durch Roland Lindenthal (BMZ) und Dr. Roland Bernecker (DUK) stellte Dr. Aaron Benavot die weltweiten Fortschritte beim Erreichen der sechs Ziele von "Bildung für alle" mit einer anschaulichen Präsentation vor.

Ungleichheit und Chancenungerechtigkeit

Laut Benavot gibt es viele Fortschritte. So gingen nun 34 Millionen Kinder zur Schule, die es ohne "Bildung für alle" nicht gekonnt hätten. Gleichzeitig sei Vieles nicht erreicht worden: Laut Bericht hätten nur ein Drittel aller Länder die Ziele von "Bildung für alle" erreicht. Eine der Hauptaussagen des Berichts sei, dass die größten Ungleichheiten weiterhin bestehen blieben. Weltweit sei es für die ärmsten Kinder fünfmal unwahrscheinlicher, die Grundschule abzuschließen, als für die reichsten.

Helle Gudmandsen
© DUK

Sicht der Zivilgesellschaft

Im Anschluss an die Präsentation kommentierte Helle Gudmandsen, Vorstandsmitglied der Global Campaign for Education und Leiterin der Bildungskampagne der dänischen NGO IBIS, den Bericht. Auch sie betont die Ungleichheit, die ihr zufolge auch weiter wachse. Zudem fehle es weltweit an Qualität. Man müsse den Fokus in Zukunft auf die Qualität des Lernens und der Lehre legen, nicht nur auf den Zugang zu Bildung. Sie prangert an, dass die Finanzlücke von 22 Milliarden US-Dollar eigentlich Peanuts seien und die Geberländer diese aufbringen müssten. Hierbei unterstreicht Gudmandsen, dass Entwicklungsländer auch besonders durch fehlende Steuerzahlungen großer multinationaler Unternehmen benachteiligt würden. Für Entwicklungsländer würden dabei Verluste entstehen, die insgesamt etwa so hoch seien, wie die gesamte Entwicklungshilfe der Geberländer.

Walter Hirche
© DUK

Fokus auf Qualität legen

Auch für Walter Hirche, Minister a.D. und Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission, fehlte im Aktionsprogramm "Bildung für alle" der Fokus auf Qualität. Man dürfe sich nicht darauf konzentrieren, nur quantitative Verbesserungen herbeizuführen, sondern müsse stets auch auf Qualität achten. Ein wichtiger Aspekt in der Bildungsqualität sei Sprache. Unterricht müsse in lokalen Sprachen angeboten werden, um niemanden aufgrund seiner Muttersprache auszuschließen. Auch unterstrich Hirche, dass in der Entwicklungszusammenarbeit viel stärker Prozesse statt Projekte gefördert werden müssten, um langfristig Verbesserungen herbeizuführen.

In der anschließenden Plenumsdiskussion wurde unter anderem betont, dass es mit der Post-2015-Agenda eine einzige Entwicklungsagenda geben werde, wobei Bildung integraler Bestandteil würde. Auch wurde hinterfragt, wie mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden könnten.

Weitere Informationen:

UNESCO-Weltbildungsbericht

UNESCO-Weltbildungsbericht (englisch) zum Download

Kurzfassung des UNESCO-Weltbildungsberichts (englisch) zum Download

 

 

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