August 2006
Jugendliche aus aller Welt beim UNESCO-Weltjugendfestival in Stuttgart
Von Anna-Lena Kulik
"Sport ist ein einzigartiger Weg, Menschen unterschiedlichster kultureller, sozialer und geografischer Hintergründe zusammenzuführen und Werte des zivilisierten und fairen Umgangs zu vermitteln", sagte Minister Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, bei der Eröffnungsveranstaltung des UNESCO-Weltjugendfestivals am 3. Juli 2006 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Die von der Stadt Stuttgart mit Unterstützung der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) organisierte Veranstaltung war Teil des offiziellen Kulturprogramms der FIFA zur Fußballweltmeisterschaft und stand unter der Schirmherrschaft der UNESCO.
Unter dem Motto "A time to make friends" trafen sich zum UNESCO-Weltjugendfestival über 2000 Jugendliche aus allen Teilen der Welt im Alter von 16 bis 21 Jahren für eine Woche vom 3. bis 9. Juli in Stuttgart. Im Mittelpunkt des internationalen Begegnungsfestes standen die ethischen, kulturellen und sozialen Dimensionen des Sports.
Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart Wolfgang Schuster hieß der Präsident der DUK Walter Hirche die Teilnehmer willkommen. In seinem Grußwort betonte Hirche die Bedeutung des Sports für die soziale, menschliche und intellektuelle Entwicklung. Seit über 50 Jahren seien Sport und sportliche Erziehung wichtige Arbeitsfelder der UNESCO. Das Festival in Stuttgart sei ein Beitrag zum interkulturellen Dialog und zur internationalen Verständigung. "Der Jugend und den heranwachsenden Generationen fällt eine ganz entscheidende Rolle in einer solchen Kultur des Friedens, des gegenseitigen Respekts und des kulturellen Austauschs zu", so Hirche.
Besuch des UNESCO-Generaldirektors
Zu den Höhepunkten des Weltjugendfestivals zählte der zweitägige Besuch des UNESCO-Generaldirektors Koïchiro Matsuura am 6. und 7. Juli. In seiner Eröffnungsrede zum "Fest der Freude", einer der zentralen Veranstaltungen des Festivals, lobte er die Fußballweltmeisterschaft 2006 als "hervorragendes Beispiel dafür, wie Sport eine Kraft für Einheit in Vielfalt" sein und "Tapferkeit, Anstand und Kameradschaftlichkeit fördern könne".
Der UNESCO-Generaldirektor verwies aber auch darauf, dass Sport durch Doping für die Verfolgung weniger edler Ziele zweckentfremdet werde. "Die UNESCO nimmt Doping sehr ernst und hat große Anstrengungen unternommen, um diese Plage zu bekämpfen", so Matsuura. Im Oktober 2005 hatte die 33. Generalkonferenz der UNESCO die Internationale Konvention gegen Doping im Sport verabschiedet, das erste weltweite Völkerrechtsinstrument im Kampf gegen Doping. Der Generaldirektor appellierte an die Jugendlichen, die er als "die Athleten" von morgen bezeichnete, sich aktiv an diesem Kampf für einen fairen Sport zu beteiligen.
Am Vortag hatte Matsuura die UNESCO-Projektschule Institut Dr. Flad, ein Berufskolleg für Chemie, Pharmazie und Umwelt in Stuttgart, besucht. Begleitet wurde er dabei von Oberbürgermeister Schuster, der Vizepräsidentin der DUK Verena Metze-Mangold, dem Ständigen Vertreter Deutschlands bei der UNESCO Botschafter Hans-Heinrich Wrede und der UNESCO-Sonderbotschafterin Ute Ohoven. Schülerinnen und Schüler des Institutes übergaben Matsuura zwei "Briefe der Jugend", in denen sie sich zu freiwilligem Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit verpflichteten und ihre Anregungen und Wünsche zur Arbeit der UNESCO formulierten.
Das Institut Dr. Flad ist eine von vielen Schulen in Stuttgart und Umgebung, die an zwei UNESCO-Projekttagen im Rahmen des Festivals teilnahmen. Dabei beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler und die jugendlichen Gäste aus aller Welt gemeinsam mit UNESCO-Themen wie "Fair Play", "nachhaltige Entwicklung" und "kulturelle Vielfalt".
Nach einer Woche mit einem abwechslungsreichen Programm aus Sportwettbewerben, Kunst- und Kulturveranstaltungen, zahlreichen Workshops und interkulturellen Begegnungen in den Gastfamilien fand das UNESCO-Weltjugendfestival am 9. Juli seinen Ausklang beim "Friedensfest" auf dem Stuttgarter Schlossplatz und anschließendem "Public Viewing" des WM-Finales.
Anna-Lena Kulik ist freie Mitarbeiterin im Bildungsreferat der Deutschen UNESCO-Kommission.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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