Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Welterbe in Deutschland: Who is who


Kultusministerien / Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder

In Deutschland sind Unterschutzstellung und Pflege von Denkmälern Angelegenheit der Länder. Mögliche Anträge zur Aufnahme in die Welterbeliste werden zunächst von der vorgesehenen Welterbestätte in Zusammenarbeit mit dem für Denkmalangelegenheiten zuständigen Ressort des entsprechenden Bundeslandes bearbeitet. Die Kultusministerkonferenz führt die aus den Ländern kommenden Vorschläge zu einer einheitlichen deutschen Vorschlagsliste (Tentativliste) zusammen. Die Tentativliste dient nach Verabschiedung durch die Kultusministerkonferenz als Grundlage für die künftigen Nominierungen Deutschlands für die UNESCO-Welterbeliste.

Webseite Kultusministerkonferenz

Bundesregierung

Das Auswärtige Amt ist das für die Zusammenarbeit Deutschlands mit der UNESCO federführende Bundesressort. Es steht über die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO in Paris in ständigem Kontakt mit der Organisation und stellt den Informationsfluss zwischen der UNESCO und den zuständigen Stellen in Deutschland sicher. Bei den Jahrestagungen des zwischenstaatlichen UNESCO-Welterbekomitees nimmt das Auswärtige Amt die Leitung der deutschen Delegation wahr. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördern im Rahmen unterschiedlicher Programme und Projekte ausgewählte Welterbestätten in Deutschland und sind an der Koordinierung von Fragen zur UNESCO-Welterbekonvention beteiligt.

Webseite Auswärtiges Amt

Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten

Mit dem Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten werden seit 2009 dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der historischen Stätten von Weltrang getätigt. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat aufgrund des Erfolgs die Fördermittel im Jahr 2010 um 70 Mio. Euro auf insgesamt 220 Mio. Euro aufgestockt. Damit stellt die Bundesregierung bis 2014 Geld für die deutschen Welterbestätten zur Verfügung. Ziel des Programms ist es, das Welterbe zu pflegen und den Austausch zwischen den Welterbestätten zu fördern.

Webseite www.welterbeprogramm.de

Deutsche UNESCO-Kommission

Die Deutsche UNESCO-Kommission ist eine Mittlerorganisation der Auswärtigen Kulturpolitik. Sie wirkt als Bindeglied zwischen Staat und Wissenschaft sowie als nationale Verbindungsstelle in allen Arbeitsbereichen der UNESCO. Ihre Aufgabe ist es, die Bundesregierung und die übrigen zuständigen Stellen in UNESCO-Belangen zu beraten, an der Verwirklichung des UNESCO-Programms in Deutschland mitzuarbeiten, die Öffentlichkeit über die Arbeit der UNESCO zu informieren und Institutionen, Fachorganisationen und Experten mit der UNESCO in Verbindung zu bringen. Die Umsetzung der Welterbekonvention in Deutschland bildet einen ihrer Arbeitsschwerpunkte. Sie arbeitet eng mit den für das Welterbe zuständigen Stellen zusammen. Das Deutsche Nationalkomitee des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) ist institutionelles Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.

Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz beeinflusst als politisches Gremium und Schnittstelle zwischen Fachebene, Regierungen und Verwaltung maßgeblich die Denkmalpolitik in Deutschland. Es ist Forum für aktuelle Fachfragen und nutzt auf der Grundlage internationaler Übereinkünfte seine Kontakte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das baukulturelle Erbe. 1973 für das Europäische Denkmalschutzjahr 1975 gegründet, ist dem Komitee die heutige Wertschätzung von Kulturdenkmälern entscheidend mitzuverdanken.

Webseite Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Deutsches Nationalkomitee des Internationalen Rates für Denkmalpflege

Das Deutsche Nationalkomitee des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) wurde 1965 eingerichtet. Es setzt sich für die Erhaltung von Denkmälern, Ensembles und Kulturlandschaften ein. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem das Monitoring der Kulturerbestätten in Deutschland, die in der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet sind. Es führt internationale Kolloquien und Tagungen durch, erstellt Expertisen und wichtige Grundsatzpapiere zur Denkmalpflege und arbeitet mit anderen Nationalkomitees zusammen. Das Deutsche ICOMOS-Nationalkomitee wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziell gefördert.

Webseite ICOMOS Deutschland

UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.

Der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss der deutschen Welterbestätten und der jeweiligen touristischen Organisationen. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, den Bekanntheitsgrad der deutschen Welterbestätten zu erhöhen, Denkmalschutz und Tourismus besser zu koordinieren und die Welterbestätten in Fragen der touristischen Vermarktung zu beraten. Vertreter aller deutschen Welterbestätten treffen sich einmal jährlich zu ihrer Jahrestagung, die der Verein in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission durchführt. Der Verein wurde im September 2001 gegründet. Seine Geschäftsstelle befindet sich in Quedlinburg. Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Mitglied des Vereins und in dessen Vorstand vertreten.

Webseite UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wurde 1985 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gegründet. Als private Initiative verfolgt die Stiftung das Ziel, bedrohte Kulturdenkmäler zu bewahren und dem Denkmalschutz in der öffentlichen Diskussion die ihm zukommende Bedeutung zu verleihen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist auch im Bereich der Welterbepädagogik aktiv. 2002 hat sie unter Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission die Schulaktion denkmal aktiv gestartet. 2003 hat sie gemeinsam mit der Deutschen und der Österreichischen UNESCO-Kommission die Unterrichtsmappe Welterbe für junge Menschen herausgegeben (siehe auch Kapitel denkmal aktiv und Welterbe für junge Menschen).

Webseite Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Stiftung Weltkulturerbe Bamberg

Aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste hat die Stadt Bamberg 2003 die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg ins Leben gerufen. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kultur- und Denkmalpflege zur Erhaltung und lebendigen Entwicklung des Weltkulturerbes Stadt Bamberg. Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung.

Webseite Stiftung Weltkulturerbe Bamberg

Deutsche Stiftung Welterbe

Ziel der 2001 von den Hansestädten Stralsund und Wismar gegründeten Deutschen Stiftung Welterbe ist es, zum Schutz und zur Erhaltung von Welterbestätten sowie zur Ausgewogenheit der Welterbeliste beizutragen. Vor allem finanzschwache Staaten sollen mit Hilfe der Stiftung die Chance erhalten, ihr kulturelles und natürliches Erbe zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten.

Webseite Deutsche Stiftung Welterbe

UNESCO-Lehrstuhl “World Heritage Studies”

Die UNESCO hat dem Lehrstuhl Interkulturalität an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus  2003 den Titel des "UNESCO Chair in Heritage Studies" zuerkannt. Der Masterstudiengang „World Heritage Studies“ qualifiziert Studierende, die sich professionell dem Kultur- und Naturerbe widmen wollen. Das Spektrum von Lehre, Studium und Forschung reicht von der Umweltgeschichte über Stadtentwicklung bis hin zur Museologie, von der Auseinandersetzung mit Eurozentrismus und Interkulturalität bis hin zum Projektmanagement. Das UNESCO-Lehrstuhlprogramm wurde 1991 eingeführt, um die internationale Hochschulzusammenarbeit zu fördern und die Ziele der UNESCO in Wissenschaft und Bildung zu verankern. Der UNESCO-Lehrstuhl „World Heritage Studies“ unterstützt die Bestrebungen, Forschungsfragen auf nationaler und internationaler Ebene zu konzipieren und curricular umzusetzen.

Webseite UNESCO-Lehrstuhl "World Heritage Studies"