Januar 2012
UNESCO und Deutsche Welle-Akademie unterstützen Afrikas journalistische Bildungsinstitute
Vom 16. bis 27. Januar 2012 organisiert die DW-Akademie in Kooperation mit der UNESCO einen Train-the-Trainers-Kurs für 12 junge Dozenten von acht afrikanischen journalistischen Bildungsinstituten in East London, Südafrika. Die DW-Akademie ist das internationale Zentrum für Medienentwicklung, Medienberatung und journalistisches Training der Deutschen Welle.

- © Flickr/stttijn
Dozenten aus Namibia, Mosambik, Südafrika und Simbabwe tauschen bei der Veranstaltung an der Walter Sisulu Universität ihre Unterrichtserfahrungen mit Fokus auf zivilgesellschaftlichen Medien aus. Ziel des Kurses ist es, Unterrichtsmethoden im Fach Journalismus interaktiver und praxisorientierter zu gestalten, sodass Studenten ihr Wissen und ihre Fähigkeiten unmittelbar anwenden können. Neben der Entwicklung ihrer pädagogischen Fähigkeiten befassen sich die Kursteilnehmer vor allem auch mit dem Einsatz und der Nutzung von lokalen Medien, die ein großes Potenzial für die Entwicklung Afrikas darstellen.
Der Leiter des Instituts für Medienwissenschaften und Kommunikation an der Walter Sisulu Universität, Phil Schneider, begrüßt die Veranstaltung und betont deren Bedeutung für den afrikanischen Journalismus. "Die sich rapide entwickelnde Medienlandschaft Afrikas ist eine große Herausforderung für die jungen Journalisten", so Schneider. "Die im Kurs erlernten neuen kreativen pädagogischen Methoden stellen eine gute Ergänzung zu bisherigen Unterrichts- und Lernmethoden der Journalismus-Dozenten dar."
Der Kurs ist einer von drei Trainingseinheiten in Afrika und wird im Rahmen einer gemeinsamen Initiative der UNESCO und der DW-Akademie durchgeführt. Dabei sollen durch die Fortbildung von 20 ausgewählten Lehrkräften afrikanischer Universitäten qualitativ hochwertige Bildungsprogramme für aufstrebende Journalisten entwickelt werden. Austausch und Training spielen dabei eine wichtige Rolle, da zwar einerseits viele journalistische Bildungsinstitute in Afrika ihre eigenen professionellen journalistischen Standards haben, die die Dozenten in den Kursen austauschen können. Andererseits mangelt es jedoch den meisten Instituten an einer Plattform für einen Dialog zwischen jungen Journalisten und erfahrenen Lehrern, weshalb an vielen Instituten der Bereich der Unterrichtspädagogik wenig weiterentwickelt wird.
Die 20 ausgewählten Universitäten sind Teil der UNESCO-IPDC-Initiative, die den Titel "The need of quality journalism education in Africa. Building centres of excellence" trägt. Das Programm zur Medienförderung ist ein entwicklungspolitisches Programm und hilft beim Aufbau von Infrastrukturen und unabhängigen Medienangeboten in Entwicklungs- und Transformationsländern. Es ist das einzige Programm der Vereinten Nationen für die Medienförderung in Entwicklungs- und Transformationsländern.
Im Jahr 2007 hat die UNESCO eine Reihe von Institutionen in Afrika ermittelt, die das Potenzial zu "Centres of Excellence" und "Centres of Reference" haben. Seither unterstützt die UNESCO diese Institutionen in ihren Anstrengungen, eine professionelle Journalismusausbildung anzubieten und als Vorbild für andere Universitäten zu dienen.
Professionelle journalistische Standards sichern einen regelmäßigen, unabhängigen, seriösen und präzisen Nachrichtenfluss. Medien, die sich an diese Standards halten, ermöglichen Bürgerbeteiligung und die Kontrolle von Staatspersonen und anderen Autoritäten und stärken damit die Demokratie.
Weitere Informationen:
Centres of excellence in Journalism Education
Informationen zur UNESCO-IPDC Initiative
Redaktion: unesco heute online Deutsche UNESCO-Kommission e.V. • Colmanstraße 1553115 Bonn • Telefon 0228 / 60497-0 • www.unesco.de



