Januar 2012
UNESCO gedenkt der Kinderopfer im Holocaust
Am 27. Januar findet der internationale Holocaustgedenktag statt. Beschlossen wurde der Tag im Jahr 2005 mit der Resolution 60/7 durch die Generalkonferenz der Vereinten Nationen. Seither erinnert auch die UNESCO Ende Januar mit zahlreichen Veranstaltungen an die Holocaustopfer. Im Mittelpunkt des Gedenktages 2012 steht die Erinnerung an die Kinderopfer des Holocausts. Die UNESCO zeigt dazu zwei Filme bei Veranstaltungen in Wien und in Paris.

- © UNESCO
In Europa wurden 9 von 10 jüdischen Kindern im Holocaust ermordet. Der Gedenktag am 27. Januar 2012 erinnert an die circa 1.5 Millionen getöteten jüdischen Kinder, an die Roma und Sinti, die behinderten und all die anderen Kinder, die unter dem Regime der Nazis ermordet wurden. Die UNESCO möchte mit diesem Gedenken auch den Einfluss von Massengewalt an Kindern in den Fokus rücken. Ein Thema, das auch im 21. Jahrhundert aktuell bleibt.
Aus diesem Anlass wird am 31. Januar ein Symposium mit dem Titel "Internationale Dimensionen von Bildung über den Holocaust" in Paris stattfinden. An der Konferenz werden Irina Bokova, Generaldirektorin der UNESCO, Eric de Rothschild, Präsident der Shoa-Gedenkstätte, der israelische Historiker Yehuda Bauer und der Physiker Henri Borlant, der das Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau überlebt hat, teilnehmen.
Im Anschluss wird zum Gedenken an die Kinder im Holocaust der Kurzfilm "The Hidden Children" von dem bekannten Filmemacher Robert Bober gezeigt. Der Film liefert Bilder zu den bewegenden Briefen versteckter Kinder, die von der französischen Schauspielerin Anouk Grinberg vorgelesen werden. Außerdem zeigt die Shoah-Gedenkstätte zu diesem Anlass noch eine besondere Ausstellung über die Versuche nicht-jüdischer Franzosen, verfolgte Juden aus dem Holocaust zu retten. Sie trägt den Titel "The Righteous of France".
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Shoa-Gedenkstätte in Paris durchgeführt, dem größten Zentrum für Forschung und Information über den Zweiten Weltkrieg und den Mord an Juden in Europa. Sie bietet Grundschulen und Kindern in Workshops die Möglichkeit, sich über das schwierige Thema Holocaust zu informieren.
In Wien wird anlässlich des Gedenktages der neue animierte Dokumentarfilm "The Last Flight of Petr Ginz" gezeigt. Der Film basiert auf den Tagebüchern und Zeichnungen des jüdischen Jungen Petr Ginz und handelt von seinen jugendlichen Erfahrungen mit dem Holocaust in Polen. Petr Ginz wurde mit nur 16 Jahren im KZ ermordet. Vor der Filmvorführung spricht ein Vertreter der ständigen Vertretung der Tschechischen Republik bei den Vereinten Nationen in Wien einleitende Worte zum Thema "Kinder im Holocaust".
Diese Veranstaltung wird neben dem Informationsdienst der Vereinten Nationen in Wien, vom UN-Programm "Der Holocaust und das Informationsprogramm der Vereinten Nationen" zur Weitergabe des Holocaustgedächtnisses ausgerichtet. Dieses Informationsprogramm der Vereinten Nationen zielt darauf ab, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren und durch Wissensvermittlung zu verhindern, dass es in der Zukunft wieder zu Völkermordhandlungen kommt.
Zum Dokumentarfilm "The Last Flight of Petr Ginz" stellt das UN-Programm zur Weitergabe des Holocaustgedächtnisses einen Leitfaden mit Hintergrundinformation zum Film, dem Holocaust und dem Leben von Petr Ginz zur Verfügung, Dieser ist in Kürze auch auf Deutsch erhältlich.
Weitere Informationen:
Veranstaltungsprogramm vom 31.1.2012 in Paris
Shoa – Gedenkstätte in Paris
"Der Holocaust und das Informationsprogramm der Vereinten Nationen"
Leitfaden zum Film "The Last Flight of Petr Ginz"
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