Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Juli 2011

Warschauer Erklärung "Kultur – Erinnerung – Identität"

4. Internationale Konferenz zum UNESCO-Programm "Memory of the World"

Die Expertenkonferenz zum UNESCO-Programm "Memory of the World", die vom 18. bis 21. Mai 2011 in Warschau stattfand, hat die Warschauer Erklärung "Culture, Memory, Identities" erarbeitet. Sie unterstreicht die Bedeutung des Weltdokumentenerbes im Kontext von Erinnerungskultur und Identitätsbildung und formuliert Vorschläge zur Weiterentwicklung des "Memory of the World"-Programms.

Weltdokumentenerbe in Polen
© Polnische UNESCO-Kommission

Die Warschauer Erklärung betont die tragende Rolle des UNESCO-Programms für den Schutz des Dokumentenerbes der Menschheit und regt die internationale Gemeinschaft zu einer intensiveren Zusammenarbeit an. Hervorgehoben wird die Bedeutung des dokumentarischen Erbes für die historische Bewusstseinsbildung und für den Wissenstransfer.

Die Erklärung gibt Empfehlungen, wie das "Memory of the World"-Programm vor allem in den Bereichen Bewahrung, Zugang und Förderung des dokumentarischen Erbes weiterentwickelt werden kann. Die Öffentlichkeit soll für die Ziele des "Memory of the World"-Programms und seine Bedeutung für den Schutz des Dokumentenerbes sensibilisiert werden. Die Beziehung zu anderen UNESCO-Programmen zum Schutz des Kulturerbes – wie der Welterbekonvention oder der Konvention zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes – sollen deutlich gemacht werden. Die Erklärung regt eine stärkere Zusammenarbeit in einem globalen Fachnetzwerk an. Es soll Beratung leisten und ein weltweit einheitliches Profil des Programms vermitteln. Die Experten plädieren für die Einrichtung weiterer "Memory of the World"-Nationalkomitees in Zusammenarbeit mit den UNESCO-Nationalkommissionen.

Experten aus 71 Ländern haben an der Konferenz in Warschau teilgenommen. Organisiert wurde sie von der Polnischen UNESCO-Nationalkommission, dem Staatsarchiv Warschau und dem Nationalen Kulturzentrum Polens. Die Konferenz beschäftigte sich unter dem Titel "Culture - Memory - Identities" mit den Herausforderungen von Gedächtnisbildung und Erinnerungskultur in der heutigen Welt. Aktivitäten und Projekte im Rahmen des "Memory of the World"-Programms der UNESCO wurden reflektiert und evaluiert. Die Konferenz schlug eine Brücke zwischen dokumentarischem Erbe, immateriellem Kulturerbe und lebendigen kulturellen Ausdrucksformen.

 
Weitere Informationen:
Warschauer Erklärung 

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