Welttag der Philosophie 2010
Am 18. November 2010 feiert die UNESCO den Welttag der Philosophie. Weltweit sind Universitäten, Schulen, Kultureinrichtungen und Medien aufgefordert, an diesem Tag ihre Anstrengungen zu bündeln und Veranstaltungen zu organisieren. Der Welttag soll die Bedeutung der Philosophie aufzeigen und insbesondere bei Jugendlichen Interesse für die wissenschaftliche Disziplin wecken.
Den Veranstaltungsformen sind keine Grenzen gesetzt: Symposien, Vorträge, Tage der offenen Tür, Fachkonferenzen, Workshops und Schülertage oder Gespräche über Philosophie mit Kindern und Jugendlichen. Die Deutsche UNESCO-Kommission, die Deutsche Gesellschaft für Philosophie und der Deutsche Volkshochschul-Verband rufen Institutionen deutschlandweit zur Teilnahme am Welttag auf.
Auf dieser Seite finden Sie die Veranstaltungen zum Welttag, die der Deutschen UNESCO-Kommission bereits angezeigt wurden:
Bielefeld
Die Performancekünstlerin und Philosophin Eva Maria Gauß wird am 18. November 2010 zusammen mit Studierenden der Abteilung Philosophie der Universität Bielefeld Philosophie künstlerisch in Szene setzen. Mit einer performativen Installation zu Voltaires „Candide“, Büchertischen und Möglichkeiten zum philosophischen Gespräch wird sowohl Experten als auch Laien die Gelegenheit gegeben, die Welt der Philosophie zu entdecken. Die performative Installation in der Halle der Universität, Bereich UniQ, ist von 17 bis 20 Uhr durchgehend zu erleben, zudem gibt es halbstündlich Aufführungen. Den Abschluss um 20 Uhr bildet eine Lesung mit Maria Kronfeldner und Eva Maria Gauß.
Goslar
Dr. Beatrice Nunold bietet zum Welttag der Philosophie am 18. November eine Veranstaltung im Mönchehaus Museum für Moderne Kunst (Mönchestr.1) an. Zwar gelte die Philosophie als abgehoben, unverständlich, Philosophinnen und Philosophen als arrogant und weltfremd, gelegentlich sogar als gefährlich, wie etwas Sokrates oder die alexandrinische Philosophin Hypatia. Doch wenn sie gefährlich werden können, besitzt das philosophische Denken offenbar doch eine gewisse Relevanz, schließt Beatrice Nunold. Im Austausch mit anderen Kulturen entwickelten Philosophinnen und Philosophen neue Denkansätze und -wege, neue Perspektiven die Welt zu sehen, neue Erkenntnismöglichkeiten, aber auch neue Grenzen. Das Neue, das Fremde, das Unbekannte ängstigt, und Philosophie ist nicht bequem, aber ungeheuer spannend. Ab 19 Uhr sind in Goslar alle eingeladen das Abenteuer philosophischen Denkens zu wagen, um zu verstehen, was Philosophie eigentlich ist.
Münster
Das Philosophische Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) bietet in Kooperation mit dem Zentrum für Bioethik der WWU und der Volkshochschule Münster am 18. November eine Veranstaltung zum Thema "Der Sinn des Lebens. Einige philosophische Thesen" an. Von 16.00 bis 18.00 Uhr spricht Prof. Dr. Christian Thies im H4 der WWU Münster.
Stuttgart
Prof. Dr. Gerhard Ernst vom Institut für Philosophie der Universität Stuttgart referiert am 18. November 2010 zu der Frage "Wie objektiv ist die Moral?". Er versucht, eine Antwort auf diese zentrale Frage der Metaethik zu skizzieren. Es wird argumentiert, dass die Moral in genau der gleichen Weise wie die Wissenschaft Objektivität beanspruchen kann. Eine Diskussion mit den Teilnehmern schließt sich an. Die Veranstaltung findet zwischen 10 und 11 Uhr in Kooperation mit der Volkshochschule Stuttgart im TREFFPUNKT Rotebühlplatz, Rotebühlplatz 28 (Theodor-Bäuerle-Saal B001), statt. Um Voranmeldung wird gebeten.
Aufruf der Deutschen UNESCO-Kommission und der Deutschen Gesellschaft für Philosophie
Kritisches, kreatives und unabhängiges Denken; fundiert über Probleme unserer Zeit diskutieren; Konzepte hinterfragen und Alternativen entwickeln; Argumente formulieren und Gegenargumente annehmen können – all dies zeichnet gute Philosophen aus. Die UNESCO möchte mit dem Welttag der Philosophie diese philosophischen Fähigkeiten unterstreichen und fördern. Sie ist überzeugt, dass Philosophie auf ein besseres Weltverständnis hinwirkt und auf diese Weise Toleranz und Frieden den Weg bahnt.
2010 bietet sich ein besonderer thematischer Anknüpfungspunkt: Die Vereinten Nationen haben 2010 zum "Jahr der Annäherung der Kulturen" ausgerufen. Das Jahr soll auch zum Nachdenken darüber anregen, auf welchen Wegen und vermittels welcher Einflüsse unsere philosophische Tradition entstanden ist und wie sie sich im Kontakt mit anderen Traditionen fortentwickelt. Kultureller Austausch beeinflusst das Philosophieren und das menschliche Denken seit Jahrtausenden. Welche historischen und geografischen Pfade hat die Philosophie genommen? Wie und von woher wurde die Aufklärung befruchtet? Sokrates landete über die arabische Welt in unseren Köpfen, aber welche philosophischen Impulse verdanken wir zum Beispiel Indien oder China? Thema einer Veranstaltung am Welttag der Philosophie 2010, dem 18. November, könnten zum Beispiel solche alten und neuen Pfade des Denkens sein.
Die Mitgliedstaaten der UNESCO haben 2005 den dritten Donnerstag im November zum Welttag der Philosophie erklärt. Wenn an diesem Tag weltweit Veranstaltungen, Vorträge, Ausstellungen oder interaktive Foren stattfinden, an Universitäten und Schulen ebenso wie in kulturellen Einrichtungen, auf öffentlichen Plätzen oder in den Medien, dann können die Freunde der Philosophie gemeinsam neue Freunde gewinnen. Ziel ist es, in der Öffentlichkeit die Relevanz der Philosophie unter Beweis zu stellen und der Philosophie an Schulen und Universitäten Auftrieb zu verleihen. Insbesondere junge Menschen sollen angesprochen werden.
Weltweit beteiligen sich mittlerweile mehr als 100 Länder am Welttag. In Deutschland wächst die Zahl der Veranstaltungen von Jahr zu Jahr, 2009 waren es knapp 30. Die Deutsche UNESCO-Kommission wird 2010 auf ihrer Website erneut einen elektronischen Veranstaltungskalender rund um den Welttag der Philosophie führen.
Rückmeldungen über geplante Veranstaltungen an die Geschäftsstelle der DGPhil und die Deutsche UNESCO-Kommission sind erwünscht.
