März 2010
UNESCO-Tag auf der didacta
1000. Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
Als 1000. offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" hat die Deutsche UNESCO-Kommission das Karl-Schiller-Berufskolleg aus Dortmund ausgezeichnet. Im Rahmen des UNESCO-Tags am 17. März 2010 auf der Bildungsmesse didacta in Köln erhielten weitere 85 Projekte diese Auszeichnung. Damit würdigt das Nationalkomitee für die UN-Dekade vorbildliche Bildungsprojekte und Initiativen, die zeigen, wie die Idee "Nachhaltigkeit lernen" in der Praxis funktioniert.
Die Deutsche UNESCO-Kommission fördert mit der Auszeichnung bundesweit Projekte zur "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Themen der Dekade-Projekte sind vielfältig, es geht um Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit, um nachhaltiges Wirtschaften, Armutsminderung, den Schutz der Umwelt und des Klimas und um die Bewahrung der natürlichen Ressourcen. In Schülerfirmen lernen Jugendliche, ökonomisch sinnvoll, umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen bauen Solaranlagen oder engagieren sich für Fairen Handel. Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, dass sich ihr Handeln auf das Leben der Menschen in anderen Regionen und auf zukünftige Generationen auswirkt.
"Berufliche Bildung ist dabei einer der wichtigsten Bereiche, um die Entwicklung zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu erreichen", sagte Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade. "Das Karl-Schiller-Berufskolleg ist auf diesem Gebiet ein Vorbild. Es macht seinen Schülern klar, dass es auf jeden Einzelnen ankommt."
Von Bio-Äpfeln bis zu Energiekosten im Lager
Das Karl-Schiller-Berufskolleg für die Ausbildung von Einzelhandelskaufleuten hat Lernmaterialien zum Themengebiet "Ernährung" entwickelt, die Klimaschutz und fairen Handel thematisieren. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren im Unterricht über hohe Preise von Bio-Äpfeln aus China und über nachhaltiges Konsumverhalten. Sie entwickeln Kompetenzen zum nachhaltigen Wirtschaften, indem sie Hintergründe über die Qualität von Materialien und Produkten erfahren. Sie lernen eine schlüssige Verkaufsargumentation für Öko-Fitness-Hörnchen und wie sie zu hohe Energiekosten im Lager vermeiden. "Wichtig ist, dass das Prinzip Nachhaltigkeit fest in die Ausbildung für den Einzelhandel verankert wird. Auch die Betriebe reagieren durchweg positiv auf die zusätzlichen Kompetenzen, die die Schüler mitbringen", so der Schulleiter des Karl-Schiller-Berufskolleg, Dr. Erich Embacher.
Die Auszeichnung sei eine große Wertschätzung für die Anstrengungen vieler Schulen, junge Menschen fit für die Zukunft zu machen, sagte Barbara Sommer, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. "Nachhaltigkeit ist aus dem Profil einer zukunftsfähigen Schule nicht mehr wegzudenken."
Die UN-Dekade setzt nachhaltige Entwicklung auf die bildungspolitische Agenda, damit dieses globale Leitbild in Klassenzimmern und in der Öffentlichkeit ankommt. Die Deutsche UNESCO-Kommission präsentierte auf der Bildungsmesse didacta in Köln Lehrmaterialien und Praxisbeispiele zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Eine Podiumsdiskussion widmete sich dem Jahresthema der UN-Dekade, dem "Spannungsfeld Geld und Nachhaltigkeit".
Mit der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)" haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, dieses Bildungskonzept zu stärken. In Deutschland koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die Aktivitäten zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Umsetzung der UN-Dekade in Deutschland. Das Nationalkomitee, dem zahlreiche Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft angehören, wirkt als Mittler zwischen Initiatoren und Akteuren der Dekade.
Weitere Informationen auf dem Internetportal der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung": www.bne-portal.de
Redaktion: unesco heute online Deutsche UNESCO-Kommission e.V. • Colmanstraße 1553115 Bonn • Telefon 0228 / 60497-0 • www.unesco.de




