Oktober 2009
UNESCO testet Tsunami-Warnsystem im Indischen Ozean
In Indonesien und 17 weiteren Staaten wurde am 14. Oktober 2009 erstmals ein Tsunami-Probealarm ausgelöst. In Anrainerländern des Indischen Ozeans probten tausende Menschen den Ernstfall. Getestet wurde die Warnmeldekette, die nach dem Tsunami 2004 eingerichtet worden war.
Während des Tests wurde ein Erdbeben der Stärke 9,2 simuliert. In der indonesischen Provinz Aceh heulten Sirenen, Dörfer wurden evakuiert. Auch in Burma und Sri Lanka fanden Übungen statt, bei denen Einwohner von Küstendörfern schnell höher gelegene Gebiete aufsuchen sollten. Die Übung wurde von der UNESCO als "Exercise Indian Ocean Wave 09" koordiniert.
Das Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean wird seit 2005 aufgebaut. Sensoren messen Erschütterungen der Erde, Pegel die Veränderungen des Meeresspiegels, Bojen und Satelliten liefern zusätzliche Daten.
Die Bundesregierung hat den Aufbau des Systems mit 45 Millionen Euro gefördert. Das deutsch-indonesische Frühwarnsystem (GITEWS) überwacht die geologisch kritischste Zone des Indischen Ozeans, den Sunda-Bogen vor der Küste Indonesiens. Es wurde federführend vom Geoforschungszentrum Potsdam errichtet und ist Teil des regionalen Frühwarnsystems im Indischen Ozean.
Mehr als 200.000 Menschen starben im Dezember 2004 durch einen Tsunami im Indischen Ozean. Damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt, werden im Mittelmeer, in der Karibik, am Indischen Ozean und im Pazifik Frühwarnsysteme auf- oder ausgebaut. Für alle Meere koordiniert die Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission der UNESCO die unterschiedlichen nationalen Anstrengungen.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Farid Gardizi
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