Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) und der Beitrag des Weltnetzes der Biosphärenreservate zu nachhaltiger Entwicklung

Resolution der 35. UNESCO-Generalkonferenz, Oktober 2009

Arbeitsübersetzung der Deutschen UNESCO-Kommission

 
Die Generalkonferenz,

In der Erkenntnis, dass das MAB-Programm seit 1970 einen bedeutenden Beitrag geleistet hat, die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt zu gestalten und auf eine nachhaltigere Zukunft auszurichten,

In Bekräftigung der erneuten Bestätigung der besonderen Bedeutung der Biosphärenreservate durch den Dritten Weltkongress der Biosphärenreservate, der im Februar 2008 in Madrid tagte, und in Bekräftigung des Aktionsplans von Madrid für Biosphärenreservate (2008-2013) als wegweisenden Beitrag zur Entwicklung des Weltnetzes der Biosphärenreservate auf der Grundlage der Sevilla-Strategie,

Im Bewusstsein heutiger und künftiger Herausforderungen für die Menschheit im Streben nach nachhaltiger Entwicklung, unter anderem des Klimawandels, der Bereitstellung von Ökosystemfunktionen und der Verstädterung; sowie im Bewusstsein des Potenzials und der Rolle von Biosphärenreservaten bei der Bewältigung dieser Herausforderungen,

In Bekräftigung der wichtigen Rolle, die Bildung und Lernen dabei zukommt, nachhaltige Entwicklung weltweit zu erreichen,

In der Erkenntnis des Wertes von Biosphärenreservaten als Orten des wechselseitigen Lernens zwischen Gemeinwesen, Forschern, Verwaltungen, Entscheidungsträgern und anderen Akteuren auf lokaler und globaler Ebene, und in der Erkenntnis der Bedeutung der von ihnen erteilten Lektionen über partizipative Ansätze, um wissenschaftliches, lokales und überliefertes Wissen zusammenzuführen, vor allem im Rahmen der Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) der Vereinten Nationen, um Varianten nachhaltiger Entwicklung zu erproben,

In der Freude über verstärkte Anstrengungen der Mitgliedstaaten, tragfähige Nord-Süd- und Süd-Süd-Partnerschaften zwischen Biosphärenreservaten zu begründen; und in der Freude über verstärkte Unterstützung für die Anstrengungen von Entwicklungsländern, Biosphärenreservate einzurichten, zu stärken und zu befördern;

In der Freude über gestärkte Partnerschaften zwischen Biosphärenreservaten sowie ihren Netzwerken mit privaten Partnern,

In Anerkennung der Notwendigkeit weiterer substanzieller Initiativen der Mitgliedstaaten und der UNESCO, um Biosphärenreservate als Modellregionen und Lernorte für nachhaltige Entwicklung neu auszurichten, gerade im grenzübergreifenden Kontext,

1. lädt die Mitgliedstaaten ein, die Sevilla-Strategie weiter umzusetzen und dabei den Aktionsplan von Madrid zu berücksichtigen, die für diesen Zweck nötigen Ressourcen aufzuwenden und Biosphärenreservate als Politikinstrumente zu begreifen, für die Verantwortung ressortübergreifend und auf allen Politikebenen getragen werden muss;

2. lädt UNESCO-Nationalkommissionen, MAB-Nationalkomitees, einzelne Biosphärenreservate, ihre regionalen und thematischen Netzwerke sowie das MAB-Sekretariat und die zwischenstaatlichen und internationalen Wissenschaftsprogramme (ISPs) der UNESCO ein, die Verantwortung für die ihnen im Aktionsplan von Madrid  übertragenen Aufgaben zu übernehmen, welche in Zusammenarbeit mit den benannten Partnern umzusetzen sind;

3. lädt internationale und regionale zwischenstaatliche Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, akademische Einrichtungen und private Partner ein, bei der Umsetzung des Aktionsplans von Madrid zusammenzuarbeiten, und appelliert an Fördereinrichtungen, entsprechende Ressourcen zu mobilisieren;

4. lädt die Mitgliedstaaten ein:

(a) bestehende und geplante Biosphärenreservate umfassend als Modellregionen und Lernorte für nachhaltige Entwicklung zu nutzen;

(b) internationale und nationale Partnerschaften zu fördern, sowohl zwischen Biosphärenreservaten als auch mit akademischen Einrichtungen, privaten Partner und allen anderen Akteuren;

(c) sich gegenseitig dabei zu unterstützen, unter anderem durch Austausch von Informationen, Wissen und Beispielen guter Praxis;

(d) die Zusammenarbeit und Synergien mit anderen wissenschaftlichen Programmen und internationalen Übereinkommen, vor allem dem Welterbeübereinkommen, zu stärken;

5. Fordert die Generaldirektorin auf, alle notwendigen Maßnahmen im Rahmen vorhandener Mittel (unter anderem Haushaltsmittel) zu unternehmen und geeignete Drittmittel einzuwerben:

(a) um die strategische Führungsrolle des MAB-Programms beim Streben nach nachhaltiger Entwicklung und bei der Umsetzung des Aktionsplans von Madrid sicherzustellen;

(b) um zur Steigerung der Sichtbarkeit des Weltnetzes der Biosphärenreservate einen Beitrag durch konzertierte Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit zu leisten;

(c) um die Funktionsfähigkeit der UNESCO als Vermittlungsstelle für Beispiele guter Praxis in der Verwaltung von Biosphärenreservaten und in deren Rolle als Lernorte für nachhaltige Entwicklung zu verbessern;

6. Fordert die Generaldirektorin auf, der Generalkonferenz auf ihrer 36. Sitzung einen Fortschrittsbericht über die Umsetzung des Aktionsplans von Madrid und eine Prognose zum Erfolg der Umsetzung vorzulegen.