Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Mai 2009


Weißbuch Kulturelle Vielfalt

Bundesweite Koalition Kulturelle Vielfalt sammelt Vorschläge

Deutsche Kulturschaffende, Künstler und Politiker wollen Vorschläge zum Schutz der kulturellen Vielfalt sammeln. Dies ist das Ergebnis der 7. Konsultation der Bundesweiten Koalition für Kulturelle Vielfalt, die vom 19. bis 20. Mai 2009 im Düsseldorfer Goethe-Museum tagte. In einem Weißbuch sollen unter anderem Initiativen aus der Stadtkultur und der unabhängigen Kreativwirtschaft vorgestellt werden.

Die Sammlung unterstützt die Umsetzung der UNESCO-Konvention zu "Schutz und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen" in der deutschen Kulturpolitik. "Das Weißbuch soll konkrete Vorschläge für kulturpolitische Maßnahmen enthalten, wie die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland geschützt und gefördert werden kann", sagte Verena Metze-Mangold, Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. Das Weißbuch wird im November 2009 vorgelegt und an den neu gewählten Bundestag übermittelt. Die UNESCO schützt mit der Konvention kulturelle Werte und künstlerische Ausdrucksformen. Filme, Musik oder Theater sind keine gewöhnlichen Waren. Kultur ist ein öffentliches Gut.

2. Vertragsstaatenkonferenz zur UNESCO-Konvention

Das UNESCO-Übereinkommen ist seit 2007 in Kraft und nimmt nun schrittweise Gestalt an. Die zweite Vertragsstaatenkonferenz zur UNESCO-Konvention wird im Juni 2009 in Paris Richtlinien verabschieden. Sie behandeln, wie sich die Zivilgesellschaft beteiligen kann, wie der Internationale Fonds für kulturelle Vielfalt arbeiten soll und wie Partnerschaften aussehen können, um Kunst und Kreativsektor zu stärken. Geregelt werden soll auch die Selbstverpflichtung der Industrieländer, Vorzugsregelungen für Künstler und kulturelle Güter aus Entwicklungsländern zu treffen, um damit zu einem gleichgewichtigen globalen Kulturaustausch beizutragen. (Mehr Information auf der Website der UNESCO).

Die zweite Vertragsstaatenkonferenz ist auch ein wichtiger Lernort. Die Deutsche UNESCO-Kommission veranstaltet gemeinsam mit der Internationalen Föderation der Koalitionen für Kulturelle Vielfalt im Juni 2009 ein Weltforum "Kulturelle Vielfalt 2030". An dem Nachwuchsförderprogramm nehmen vierzig Fellows aus Latein- und Nordamerika, Afrika, Asien, der arabischen Welt und Europa teil. (Mehr Information)

Fast 100 Vertragsstaaten

Die 33. UNESCO-Generalkonferenz hat die Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen am 20. Oktober 2005 verabschiedet. Inzwischen sind 98 Staaten und die Europäische Gemeinschaft der Konvention beigetreten (Stand: Mai 2009). Deutschland hat die Konvention am 12. März 2007 ratifiziert. (Text des Übereinkommens)

Die Bundesweite Koalition Kulturelle Vielfalt begleitet die Umsetzung der Konvention in Deutschland. Die Experten kommen aus Kunst, Kultur, Verbänden, Parteien, Wirtschaft, Kommunen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Forschung und Publizistik.


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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