April 2009
Deutsche Stiftung Welterbe unterstützt Friedenskirche in Jauer
Am 21. April 2009 hat die Deutsche Stiftung Welterbe eine Förderung in Höhe von 25.000 Euro für den Erhalt der Friedenskirche Jauer in Polen vergeben. Mit dem Geld wird die Erneuerung der elektrischen Leitungen in der Kirche finanziert. Die Friedenskirchen in Jauer und Schweidnitz sind die größten sakralen Holzbauten in Europa. Als außergewöhnliches Denkmal des traditionellen schlesischen Fachwerkbaus wurden sie 2001 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Ihren Namen verdanken sie dem Westfälischen Frieden, als dessen Folge sie Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Die Friedenskirchen sind weltweit die einzigen von Protestanten errichteten Gotteshäuser auf der Welterbeliste – im Unterschied zu ursprünglich katholischen Kirchen, die von Protestanten übernommen wurden. Sie sind außerdem die ersten Baudenkmäler aus Schlesien, die auf der Welterbeliste vertreten sind. Die UNESCO wertet die Friedenskirchen als "Zeugnis vom besonderen Charakter der politischen und geistigen Entwicklung in Europa" und als "künstlerisches Glaubenszeugnis einer Religionsgemeinschaft".

- Friedenskirche in Jauer
Bereits in den 1990er Jahren wurden umfangreiche Restaurierungen in deutsch-polnischer Zusammenarbeit durchgeführt, um das wichtige Kulturerbe gemeinsam zu erhalten. Die verheerenden Verluste, die bei dem Brand der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Jahr 2004 entstanden, haben gezeigt, wie wichtig Maßnahmen des Brandschutzes sind. Die mit Hilfe der Deutschen Stiftung Welterbe finanzierte Erneuerung der elektrischen Leitungen trägt künftig in der Friedenskirche Jauer wesentlich zum Brandschutz bei.
Ziel der vor acht Jahren von den Hansestädten Stralsund und Wismar gegründeten Deutschen Stiftung Welterbe ist es, zur Ausgewogenheit der Welterbeliste beizutragen und in ihrem Erhalt gefährdete Welterbestätten zu unterstützen. Vor allem in finanzschwachen Staaten sollen mit Hilfe der Stiftung Projekte gefördert werden, die dazu beitragen, das kulturelle und natürliche Erbe der jeweiligen Region zu erhalten und zu schützen. Die Deutsche Stiftung Welterbe ist korrespondierendes Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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