März 2009
Der schwierige Umgang mit Vergangenheit
Das Jahr 2009 wurde von den Vereinten Nationen als "Jahr der Versöhnung" ausgerufen. Es jährt sich aber auch zum 70. Mal die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges und zum 20. Mal das Ende des SED-Regimes. In diesem Kontext veranstaltet die "Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung" in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission ihr Jahres-Kolloquium mit dem Titel "Zwischen Krieg und Frieden. Der schwierige Umgang mit der Vergangenheit". Das Kolloquium findet in Nürnberg vom 3. bis 5. April 2009 statt.
Konfliktbearbeitung und seine menschenrechtliche Dimension wurde in den letzten Jahren in internationalen Diskursen und auch in der Praxis in dem Konzept der "Transitional Justice" zusammengefasst. Im Kolloquium werden internationale Diskurse reflektiert, die Bandbreite der Problematik systematisch ausgebreitet und die Erfahrungen in Deutschland mit schwieriger Vergangenheit als Ausgangspunkt genutzt. Stärker als bisher geschehen, sollen best practice und Fehlentwicklungen in internationale Diskurse eingebracht werden.
Das Kolloquium will die komplexe Thematik nicht vollständig zu lösen versuchen. Stattdessen wird der Schwerpunkt auf einzelne Aspekte gelegt, um diese systematisch und in einer möglichst großen Vielfalt der Perspektiven zu erfassen. Gezielt wird Expertise aus anderen Ländern eingebracht, in Kooperation mit Entwicklungsorganisationen und deren Partnerorganisationen. Fallstudien werden zum Beispiel aus Lateinamerika, Bosnien-Herzegowina, Uganda und Nordirland eingebracht. Es wird sowohl um begriffliche Klärung als auch um die kritische Diskussion etablierter Instrumente gehen.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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