Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Februar 2009


400 Jahre neuzeitliche Astronomie: Keplers "Astronomia Nova"

Veranstaltungsreihe zum Internationalen Jahr der Astronomie

Kepler-Jahr. Foto © Kepler-Gesellschaft

Am Beginn der neuzeitlichen Astronomie vor 400 Jahren standen die Entdeckungen von zwei großen Forschern. 1609 erschien Johannes Keplers astronomisches Hauptwerk "Astronomia Nova". Im selben Jahr erschuf Galileo Galilei das erste Himmelsfernrohr. An die bahnbrechenden Leistungen dieser beiden Forscher erinnert die Kepler-Gesellschaft bei einem Festakt am 20. März 2009 in Stuttgart.

Der Festakt bildet den Auftakt einer Veranstaltungsreihe zum Internationalen Jahr der Astronomie, die von der Kepler-Gesellschaft gemeinsam mit den Universitäten Stuttgart und Tübingen durchgeführt wird.

Die Vereinten Nationen haben 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt. Es soll die Bedeutung der Astronomie für Wissenschaft und Kultur hervorheben. Die UNESCO hat die Federführung für das Internationale Jahr. Unter dem Motto "Das Weltall. Du lebst darin – entdecke es!" soll das UN-Jahr besonders das Interesse junger Menschen an Astronomie und Naturwissenschaften wecken.

1609: Keplers Astronomia Nova und Galileis Fernrohrbeobachtungen

Das Werk "Astronomia Nova" von Johannes Kepler (1571-1630) aus dem Jahr 1609 hat die Theorie der Planetenbewegung grundlegend verändert. Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus Keplers Werk lagen darin, wesentliche Axiome von Antike und Mittelalter zu überwinden und die Astronomie und Physik zu einer physikalisch begründeten Himmelsmechanik zu vereinen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Astronomie wurde eine allgemeine Theorie der Planetenbahnen entwickelt.

Ebenfalls im Jahr 1609 erfand Galileo Galilei (1564-1642) das erste Fernrohr zur Himmelsbeobachtung. Er entdeckte Krater, Berge und Täler auf dem Mond, erforschte die Planeten Jupiter und Venus, und er fand heraus, dass die Milchstraße nicht aus "Nebel" besteht, sondern aus vielen einzelnen Sternen oder Sonnen. Dies war der Beginn der Teleskop-Astronomie.

Kepler und Galilei haben mit ihren Werken die neuzeitliche Astronomie begründet und den Übergang zum modernen naturwissenschaftlichen Denken eingeleitet. Den Entdeckungen Keplers und Galileis widmet die Kepler-Gesellschaft im Jahr der Astronomie eine eigene Veranstaltungsreihe. Das Programm spannt den Bogen von den Anfängen der neuzeitlichen Astronomie bis zu heutigen modernen Entwicklungen in Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt.

Festakt – Ringvorlesungen – Ausstellungen

Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit einem Festakt am 20. März in Stuttgart. In feierlichem Rahmen stellt der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Karl Diller, die anlässlich des Kepler-Jahres herausgegebene Silberne Gedenkmünze und die Sonderbriefmarke "400 Jahre Keplersche Gesetze" vor. Prof. Dr. J. Wilms von der Universität Erlangen-Nürnberg hält den Festvortrag: "Von Kepler bis zur Gravitationswellen-Astronomie".

"Kepler und das Weltbild des modernen Menschen" ist das Thema einer Ringvorlesung des internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart. Die Ringvorlesung beginnt am 27. April mit einem Vortrag zu "Johannes Kepler – Schwarze Löcher und andere Sonnensysteme". Programm

Die Universität Tübingen veranstaltet vom 28. April bis 14. Juli die Ringvorlesung "400 Jahre neuzeitliche Astronomie". Sie thematisiert die Geschichte der Astronomie von den historischen Anfängen bis heute. Programm

Briefmarkenausstellung zum Kepler-Jahr. Foto © Kepler-Gesellschaft

Im Stuttgarter Carl-Zeiss-Planetarium ist ab dem 17. März die Ausstellung "SOFIA – Die Fliegende Sternwarte" zu sehen (SOFIA: Stratosphären Observatorium für Infrarot-Astronomie).

Vom 21. März bis 1. Mai wird in Weil der Stadt die Sonderbriefmarkenausstellung "Kepler, die Astronomie und die Raumfahrt" gezeigt. 

Am 9. Mai beschäftigt sich ein öffentliches Kolloquium in Weil der Stadt mit der Astronomiegeschichte: "Kepler, Galilei, das Fernrohr und die Auswirkungen".

Im Stadtmuseum Weil der Stadt ist ab dem 9. Mai die Ausstellung "Kepler und die Nachwelt" zu sehen, die einen Überblick über die wechselhafte Rezeptionsgeschichte von Keplers Leben und Werk gibt. "Das neue Bild vom Nachbarn Mars – was Kepler gern gesehen hätte" ist Thema einer Ausstellung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt vom 15. Juni bis 11. Juli in Sindelfingen.

In der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart wird vom 15. September bis 27. November die Ausstellung "Erstdrucke Keplers und alte astronomische Instrumente" präsentiert. Die Stadtbücherei Stuttgart veranstaltet am 6. Juli ein Programm für Kinder: "Den Mars bezwing ich in acht Tagen".

Weitere Informationen

Veranstaltungen der Kepler-Gesellschaft im Internationalen Jahr der Astronomie 2009: www.keplerjahr-iya2009.de

Informationen zum Astronomiejahr auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission: www.unesco.de/astronomie2009.html


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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