Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Völklinger Eisenhütte

Zum kulturellen Erbe der Menschheit zählen auch Denkmäler des Industriezeitalters. Es sind Monumente, an denen die technische Entwicklung einer Epoche und die Leistungen, die Menschen alltäglich hierfür erbracht haben, anschaulich werden.

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Völklinger Eisenhütte

Die Völklinger Hütte steht für ein Jahrhundert Geschichte von Arbeit und Stahl. 1873 wurde sie vom Kölner Ingenieur Julius Buch gegründet. Unter der Leitung von Karl Röchling wurde Völklingen Deutschlands größte Produktionsstätte für Eisenträger. Mit der Entwicklung der Hütte zum industriellen Großunternehmen wurde aus dem Dorf Völklingen eine mittlere Stadt. Arbeiter aus dem ganzen Saarland siedelten sich hier an. In ihren besten Zeiten haben 20.000 Stahlkocher dort lothringisches und schwedisches Erz mit Hilfe saarländischer Kohle in Eisen umgewandelt. Die Hütte war eine der modernsten Industrieanlagen in Europa. Sie setzte technikgeschichtliche Meilensteine in der Eisenverhüttung. Die erhaltenen Anlagen veranschaulichen alle wichtigen Stationen einer historischen Roheisenproduktion. Vom Erzbunker über die Kokerei und die Sinteranlage zur Rohstoffzubereitung und Rohstofflagerung, über Hängebahnanlagen, Hochofengruppe, Trockengasreinigungen und Gasgebläsehalle für die Roheisenerzeugung bis hin zu einer historischen Walzenzugmaschine sind alle Bereiche der Eisenindustrie erlebbar.

Die Authentizität ihrer technischen Einrichtungen macht die Hütte zu einem einzigartigen Denkmal der Industriegeschichte. Von den im 19. und 20. Jahrhundert in Westeuropa und Nordamerika errichteten Eisenhütten ist sie die einzige, die noch vollständig erhalten ist.

1994 wurde die Völklinger Hütte in die Liste des Welterbes aufgenommen. Dies ist auch eine Auszeichnung für die Menschen, deren Leistungen die Hütte symbolisiert.

Weitere Informationen unter www.voelklinger-huette.org