unesco aktuell

Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission

Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Pressemitteilung, 23. Oktober 2008

"Wartburg-Erklärung" verabschiedet

Ergebnisse der 8. Jahrestagung der deutschen UNESCO-Welterbestätten vom 22. bis 23. Oktober 2008 in Eisenach

Mit der Verabschiedung einer so genannten "Wartburg-Erklärung" endete heute, am 23. Oktober 2008, die achte Jahrestagung der deutschen UNESCO-Welterbestätten in Eisenach. Die Tagung, zu der die Deutsche UNESCO-Kommission und der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. eingeladen haben, stand unter dem Titel "UNESCO-Welterbe in Gefahr". In ihrer Erklärung fordern die Teilnehmer der Tagung alle Beteiligten auf Bundes-, kommunaler und Landesebene auf, sich konstruktiv-sachlich im Sinne des UNESCO-Übereinkommens vorbeugend oder in Konfliktfällen gemeinsam für Lösungen zu engagieren.

Die Teilnehmer der Tagung würdigten den großen Erfolg des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972 (Welterbekonvention) "als ein wirksames und universell anerkanntes Instrument für den fortdauernden Schutz und die dauerhafte Erhaltung des gemeinsamen Erbes der Menschheit". Deutschland ist mit 33 Stätten auf der UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt vertreten.

Die "Wartburg-Erklärung" bekräftigt die Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland als Vertragsstaat der UNESCO-Welterbekonvention, für den Schutz und die Erhaltung der in Deutschland befindlichen Welterbestätten Sorge zu tragen. Angesichts dynamischer Entwicklungsprozesse, die den Schutz und die Erhaltung des "außergewöhnlich universellen Wertes" von Welterbestätten zuweilen bedrohen, rufen die Teilnehmer der Tagung alle für das UNESCO-Welterbe in Deutschland politisch und fachlich zuständigen Institutionen zur Zusammenarbeit auf, "um gemeinsam Gefährdungen von Welterbestätten, beispielsweise im Zuge von Stadtentwicklungsmaßnahmen, durch Bauprojekte oder durch Umwelteinflüsse vorzubeugen und gemeinsame Lösungsstrategien für auftretende Probleme und zur Vermeidung von Konflikten zu entwickeln."

In der Erklärung heißt es weiter, dass bei Planungsvorhaben jeder Art höchste Ansprüche an den Schutz der Welterbestätten angelegt werden müssten. Es sei zu gewährleisten, dass die mit der Ratifizierung der Welterbekonvention zugesagten gesetzlichen, administrativen und fachlichen Standards nicht unterschritten werden.

Ziel der Zusammenarbeit müsse sein, effiziente Managementstrukturen für den erfolgreichen Schutz von Welterbestätten zu entwickeln und umzusetzen. Die für alle Welterbestätten geforderten Managementpläne sollen weiterentwickelt werden im Hinblick auf die Identifikation möglicher Risiken für die Stätten und Strategien zu ihrer Vermeidung.

Auf der Konferenz wurden aktuelle Bedrohungen und Lösungsansätze für das UNESCO-Welterbe in Deutschland diskutiert sowie beispielhafte Lenkungsausschüsse und Managementpläne vorgestellt. In der Erklärung verpflichten sich die Vertreter der deutschen UNESCO-Welterbestätten, "die Stätten des UNESCO-Welterbes in ihrer Authentizität und Integrität zu bewahren und dieses Erbe vor Gefahren zu schützen, um es möglichst unversehrt an nachfolgende Generationen weitergeben zu können".

Der vollständige Text der "Wartburg-Erklärung" ist auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission veröffentlicht unter www.unesco.de/wartburg-erklaerung.html


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