unesco aktuell

Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission

Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Pressemitteilung, 14. Oktober 2008

Konferenz "UNESCO-Welterbe in Gefahr"

Jahrestagung der deutschen UNESCO-Welterbestätten vom 22. bis 23. Oktober 2008 in Eisenach

Die Deutsche UNESCO-Kommission und der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland laden zur Tagung "UNESCO-Welterbe in Gefahr" am 22. und 23. Oktober 2008 in Eisenach ein. Im Mittelpunkt der Tagung stehen das Management von UNESCO-Welterbestätten und die Diskussion über potenzielle Gefahren für das Welterbe durch Baumaßnahmen und Stadtentwicklung, die in historische Stadt- oder Kulturlandschaften eingreifen. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus.

UNESCO-Welterbestätten durchlaufen dynamische Entwicklungsprozesse, die den Schutz der Stätten zuweilen bedrohen. Auch Welterbestätten in Deutschland stehen zunehmend Herausforderungen durch Bauvorhaben, städtische Entwicklungsprojekte oder durch Umwelteinflüsse gegenüber, die den außergewöhnlichen universellen Wert einer Stätte gefährden. Im Rahmen der Konferenz sollen aktuelle Bedrohungen und Lösungsansätze für das UNESCO-Welterbe in Deutschland diskutiert werden. Für den erfolgreichen Schutz von Welterbestätten sind insbesondere effiziente Managementstrukturen wichtig. Beispielhafte Lenkungsausschüsse sollen ebenso vorgestellt werden wie Managementpläne.

Zur Eröffnung der Tagung am 22. Oktober um 19.00 Uhr auf der Wartburg in Eisenach sprechen Burghauptmann Günter Schuchardt, der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission Minister Walter Hirche, der Vorsitzende des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. Horst Wadehn, der Oberbürgermeister der Stadt Eisenach Matthias Doht, der Kultusminister des Freistaates Thüringen Bernwart Müller und der Beauftragte der Kulturabteilung für das Welterbe im Auswärtigen Amt Thomas Götz. Ministerin Eva-Maria Stange, Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, hält die Festrede.

Journalisten sind herzlich zur Eröffnung am 22. Oktober um 19 Uhr auf der Wartburg sowie zur Tagung am 23. Oktober ab 9.00 Uhr im Steigenberger Hotel Thüringer Hof in Eisenach eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten (Manuela Lorenz: info(at)unesco-welterbe.de).

Am 23. Oktober beginnt die Jahresversammlung der deutschen UNESCO-Welterbestätten im Steigenberger Hotel Thüringer Hof in Eisenach mit einem Eröffnungsdialog zum Thema "Welterbe – Titel verpflichtet". Es referieren Birgitta Ringbeck, Beauftragte der Kultusministerkonferenz beim UNESCO-Welterbekomitee, und Mechtild Rössler, Leiterin der Abteilung Nordamerika und Europa im UNESCO-Welterbezentrum. Der Eröffnungsdialog wird moderiert von Dieter Offenhäußer, stellvertretender Generalsekretär und Pressesprecher der Deutschen UNESCO-Kommission. Anschließend stellen Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin der Stadt Regensburg, und Gerd Weiß, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Konzepte zum Welterbe-Management vor.

Eine Podiumsdiskussion widmet sich dem Thema "Welterbe in Deutschland – Bedrohungen und Lösungsansätze". Teilnehmer sind: Karin Dengler-Schreiber, Leiterin des Welterbezentrums Bamberg, Martin Reichert, Büro David Chipperfield Architects Berlin, Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, Giulio Marano, Deutsches Nationalkomitee von ICOMOS, und Helge-Heinz Heinker, Journalist und Buchautor (Moderation).

Die UNESCO-Welterbeliste umfasst mittlerweile 878 Denkmäler in 145 Ländern. Deutschland ist mit 33 Stätten auf der Liste vertreten. Neben der Welterbeliste führt die UNESCO eine Liste des gefährdeten Welterbes, auf der zurzeit 30 Stätten verzeichnet sind, darunter das Dresdner Elbtal. Das Zwischenstaatliche Komitee der UNESCO für den Schutz des Natur- und Kulturerbes hat Dresden 2006 wegen des geplanten Bauprojekts der "Waldschlösschenbrücke" auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

"Dresden ist nur ein Beispiel für die zentrale Herausforderung der zeitgenössischen Architektur in der historischen Stadt- oder Kulturlandschaft, einerseits auf die Entwicklungsdynamik zu reagieren, um sozial-ökonomische Veränderungen und Wachstum zu erleichtern, und andererseits das überlieferte Stadtbild und sein Umfeld zu wahren", so der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission Minister Walter Hirche. Lebendige historische Städte und Kulturlandschaften bräuchten daher eine Städteplanungs- und Managementpolitik, die Erhaltung zum zentralen Baustein macht. "In diesem Prozess muss auf zukunftsgerichtete Ansprüche, die eine sich weiterentwickelnde Stätte an ihr historisches Erbe stellt, eingegangen werden, und gleichzeitig müssen die Authentizität und Integrität der historischen Stätte gewahrt werden."

Weitere Informationen und das Tagungsprogramm unter
www.unesco-welterbe.de

Pressekontakt: Deutsche UNESCO-Kommission, Dieter Offenhäußer,
Telefon: 0228-60497-11, E-Mail: offenhaeusser(at)unesco.de


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