Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin

Der Name "Sanssouci" (ohne Sorge) der Sommerresidenz Friedrichs II. von Preußen verrät den Wunsch des Königs nach Intimität und Einfachheit. Das auf den Weinbergterrassen 1745 bis 1747 erbaute Schloss ist der älteste Teil der Potsdamer Kulturlandschaft: ein eingeschossiger Bau, bestehend aus einer zentralen Rotunde, dem Marmorsaal, und aus zwei Seitenflügeln mit je fünf Zimmern.

© Hans-J. Aubert
Schloss Sanssouci in Potsdam

Dem Architekten Georg Wenzelslaus von Knobelsdorff ist nicht nur der Bau von Sanssouci, sondern auch die Anlage des 290 Hektar großen Parks zu verdanken. In zwei Abschnitten entstanden hier die Bildgalerie im Westen und die Alte Orangerie im Osten, die 1771/74 unter dem Namen Neue Kammern zu Wohnräumen umgebaut wurden. Hinzu kamen einige kleinere Gebäude: die Grotte des Neptun und das Chinesische Teehaus.

Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) ließ Friedrich der Große am Westende in der etwa zwei Kilometer langen Hauptallee das Neue Palais im Rokokostil errichten. Andere kleine Gebäude entstanden im Park: der Antikentempel, der Freundschaftstempel, das Belvedere und der Drachenpavillon (1770). Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) setzte Friedrichs II. Bauaktivitäten fort. Der Park wurde im Süden erweitert, der Architekt Karl-Friedrich Schinkel errichtete das kleine klassizistische Schloss Charlottenhof und Peter Josef Lennés die Anlage eines romantischen Parks. Bis 1860 kamen die römischen Thermen von Schinkel und Persius hinzu, die Orangerie und die Friedenskirche.

Schloss und Park von Sanssouci, oft als "preußisches Versailles" bezeichnet, sind eine Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den Städten und Höfen Europas. Das Ensemble ist ein herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen vor dem geistigen Hintergrund der monarchistischen Staatsidee.

Zum Schutzbereich der Welterbestätte gehören Schloss und Park von Babelsberg sowie der Neue Garten im Westen des Heiligen Sees mit dem Marmorpalais und Schloss Cäcilienhof, wo im August 1945 das Potsdamer Abkommen unterzeichnet wurde.

Mit seinen 500 Hektar großen Parks und seinen 150 Bauwerken, deren Entstehung sich über die Zeitspanne von 1730 bis 1916 erstreckt, bildet die Gesamtanlage der Parks von Potsdam ein Kulturgut von außergewöhnlicher Qualität. Hinzu kommen als integrierender Bestandteil des ganzen Ensembles die auf Berliner Gebiet liegenden Denkmalbereiche, darunter das für Prinz Karl von Preußen 1825-1827 von Schinkel erbaute Schloss Glienicke und die Pfaueninsel mit dem Kavaliershaus und dem Palmenhaus. Die begleitenden Maßnahmen der Gestaltung des Parks lagen größtenteils in der Hand Lennés.

1990 erklärte die UNESCO die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin offiziell zum Welterbe. 1992 und 1999 wurde das Potsdam-Berliner Welterbegebiet um 14 Denkmalbereiche erweitert, darunter die Sacrower Heilandskirche, Schloss und Park Lindstedt, die Russische Kolonie Alexandrowka, der Pfingstberg mit dem Belvedere und die Sternwarte am Babelsberger Park.

Weitere Informationen:
Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 
Landeshauptstadt Potsdam