September 2008
ICOMOS–Symposium zur Bedeutung moderner Sternwarten für das kulturelle Erbe
Die Universität Hamburg und das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS veranstalten vom 15. bis 17. Oktober 2008 in Hamburg das internationale Symposium "Cultural Heritage: Astronomical Observatories (around 1900) – From Classical Astronomy to Modern Astrophysics". Wissenschaftler aus den Bereichen Kulturerbe und Denkmalpflege diskutieren über die Bedeutung moderner Sternwarten für das kulturelle Erbe der Menschheit. Ziel des Symposiums ist es, für eine Bewerbung der Hamburger Sternwarte als UNESCO-Weltkulturerbe vergleichbare kulturhistorische Stätten als internationale Kooperationspartner für eine serielle transnationale Nominierung zu gewinnen. Im Mittelpunkt der Tagung stehen Vorträge von Vertretern möglicher Partnerobservatorien aus aller Welt, die aufgrund der Entstehungszeit, der architektonischen und wissenschaftlichen Bedeutung mit der Hamburger Sternwarte vergleichbar sind.

- Foto © Förderverein Hamburger Sternwarte
Die Hamburger Sternwarte wurde 1802 von Johann Georg Repsold (1770-1830) gegründet und 1833 als staatliches Institut eingerichtet. Zwischen 1906 und 1912 entstand auf dem Gojenberg in Hamburg-Bergedorf nach Plänen des Architekten Albert Erbe die heutige Sternwarten-Anlage in überwiegend neobarocken Architekturformen. Sie stellte seinerzeit eine der größten und modernsten Sternwarten Europas dar. Im 19. Jahrhundert war die Hamburger Sternwarte in der Welt der Astronomie für ihre Erfolge berühmt. Im 20. Jahrhundert übernahm die Astrophysik die beherrschende Rolle. Für diesen Umbruch stehen die großen, hochwertigen Linsen- und Spiegelteleskope der Anlage. Die Hamburger Sternwarte stellt wegen ihrer modernen Anlageform, ihrer repräsentativen Architektur und instrumentellen Ausstattung und wegen ihrer Bedeutung für die Forschung eine Besonderheit dar. 1996 wurde die Gesamtanlage der Sternwarte in die Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg eingetragen. 2008 wurde sie von Kulturstaatsminister Bernd Neumann in die Förderung national bedeutsamer Kulturdenkmäler aufgenommen.
Weitere Informationen und das Programm der Veranstaltung unter http://www.math.uni-hamburg.de/spag/ign/events/icomos08.htm
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
Deutsche UNESCO-Kommission e.V., Colmantstraße 15, 53115 Bonn
Telefon 0228 / 60497-0, -11 Fax 0228 / 6049730 www.unesco-heute.de



