September 2008
Kongress "Vielfalt verbindet"
"Dortmunder Empfehlungen" verabschiedet
Im Rahmen des Europäischen Jahrs des Interkulturellen Dialogs fand vom 3. bis 5. September 2008 in Dortmund der internationale Kongress "Vielfalt verbindet" statt. Ziel des Kongresses war es, Konzepte, Strukturen, Modelle und Leitprojekte aus unterschiedlichen europäischen Städten vorzustellen, die für die interkulturelle Arbeit vor Ort beispielhaft sind. Die Teilnehmer des Kongresses haben die "Dortmunder Empfehlungen" verabschiedet. Sie stehen unter dem Titel "Die Kraft der Kunst und Kultur für den Interkulturellen Dialog in den Städten nutzen und verstärken!"
Durch die Globalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft, die Internationalisierung von Handelsbeziehungen und Arbeitsmärkten wird die Gesellschaft gerade in den großen Städten zunehmend von der ethnischen Vielfalt geprägt. Wie Untersuchungen belegen, ist die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am kulturellen und wirtschaftlichen Leben noch immer defizitär. Vor diesem Hintergrund steht die kommunale Kulturarbeit vor der Herausforderung, die gesellschaftliche Vielfalt nicht nur wahrzunehmen, sondern aktiv Strategien der kulturellen Teilhabe zu entwickeln.
Referenten aus zehn Ländern vermittelten auf dem Kongress einen fundierten Überblick über den Stand kommunaler Handlungskonzepte und Initiativen im europäischen Vergleich. Vertreter der Kommunen, der Wissenschaft und der nationalen und internationalen Politik- und Kulturszene diskutierten praktische Lösungsansätze. Um dauerhaft und breitenwirksam den notwendigen Zusammenhang von Migration und kommunaler Kulturarbeit zu stärken, wurden konkrete Empfehlungen verabschiedet. Besonders hervorgehoben wurde die Verantwortung der kommunalen und staatlichen Kultureinrichtungen, den interkulturellen Dialog zu fördern und Migranten aktiv in ihre Angebote einzubeziehen. Der programmatische Anspruch, Kunst und Kultur für alle und von allen zu ermöglichen, muss auch für Zuwanderer eingelöst werden. Dazu bedarf es einer Öffnung der bestehenden kommunalen Einrichtungen, Programme und Dienste für die kulturellen Interessen von Migranten und einer Unterstützung und Förderung ihrer künstlerischen Ausdrucksformen.
Download der Dortmunder Empfehlungen: deutsch / englisch
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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