Mai 2008
Klimawandelstrategie der UNESCO

- © Giant Gingko (Flickr CC)
Der Klimawandel hat seit dem Jahr 2007 auf der weltpolitischen Bühne ein deutlich höheres Gewicht erhalten. Grund dafür ist der vierte Sachstandsbericht des IPCC, der 2007 in vier Tranchen erschienen ist und die Einhelligkeit der Wissenschaft über die anthropogenen Ursachen des Klimawandels dokumentiert hat. Weitere Gründe sind aber auch die Aufklärungsarbeit vieler Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, vor allem Al Gore, der zusammen mit dem IPCC den Friedensnobelpreis für sein Engagement erhielt. Die Weltklimakonferenz im Dezember 2007 in Bali hat die Tür geöffnet zur Verhandlung eines Kyoto-Nachfolgeprozesses.
Der Klimawandel ist auch eine Herausforderung für die Vereinten Nationen insgesamt und die UNESCO. Am 10. Januar 2008 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Übersicht über ihre laufenden und über dringend nötige künftige Aktivitäten zum Klimawandel. Das Dokument A/62/644 zeigt überzeugend die Bedeutung der UNESCO im Gefüge der Vereinten Nationen. Die UNESCO ist mit Abstand die am häufigsten genannte UN-Sonderorganisation in diesem Dokument.
Die UNESCO arbeitet seit dem Jahr 2007 an einer eigenen Strategie zum Klimawandel. Sie wurde im November 2007 erstmals vorgestellt und in der Folge weiter überarbeitet. Der UNESCO-Exekutivrat hat auf seiner 179. Sitzung im April 2008 eine UNESCO-Strategie zum Klimawandel verabschiedet. Zwar wird diese auch noch weiter verfeinert und bis Frühjahr 2009 um einen Aktionsplan ergänzt, mit dem vorliegenden Dokument ist die UNESCO jedoch Vorreiter im Vergleich zum übrigen UN-System. Daher überrascht es nicht, dass der UNESCO-Generaldirektor während des Exekutivrates mit Stolz verkündete: "I am pleased to inform you that, in clear recognition of the IOC’s role in supporting and coordinating research and observational efforts on Climate Change, UNESCO, jointly with the World Meteorological Organization, has deservedly been designated by the UN-System as lead agency for managing the Knowledge Base on climate change."
Schwerpunkte der UNESCO-Strategie sind:
- verlässliche und vorurteilsfreie Daten, Informationen und Forschung über den Klimawandel zur Verfügung zu stellen (die "Knowledge base") und
- mit Materialien und Maßnahmen die Bildung und die Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen.
Die Strategie hat auch zum Ziel, die UNESCO selbst zu einer CO2-neutralen Organisation zu machen.
Weiterführende Informationen:
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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