Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

November 2007


Schüler philosophieren über Menschenrechte

Zum Welttag der Philosophie 2007 haben der Bundesfachverband Philosophie und die Deutsche UNESCO-Kommission am 15. November eine Tagung im Bonner Clara-Schumann-Gymnasium veranstaltet. Sie richtete sich an Lehrer, Referendare und - vor allem - an Schüler. Mehr als achthundert Anmeldungen waren eingegangen, mehr als die große Aula des Gymnasiums fassen konnte. Trotz der vielen Teilnehmer entwickelten sich intensive und engagierte Diskussionen auf dem Podium und zwischen den Schülerinnen und Schülern im Plenum.

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Klaudius Gansczyk, Hagen

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Schüler-Gruppe von Hartmut Engels

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Schüler von Hartmut Engels diskutieren über Kinderrechte

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Dr. Roland Henke, Bonn

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Soll es ein Wahlrecht für Kinder geben?

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Alle Teilnehmer diskutierten engagiert mit.

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Prof. Volker Steenblock, Bochum, und Dr. Roland Henke, Bonn

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

am Clara-Schumann-Gymnasium

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Welche Menschenrechte sind am wichtigsten?

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Das Recht auf Leben wird als zentral gesehen.

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Universalität der Menschenrechte?

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Sind Menschenrechte eine nur westliche Errungenschaft?

Welttag der Philosophie 2007 Bonn

Menschenrechte gelten in jeder Kultur.


Nach Grußworten vom Rektor des Clara Schumann Gymnasiums Dr. Nikolay, vom Generalsekretär der DUK Dr. Bernecker, von Prof. Dr. Horn von der Universität Bonn und vom Bundesvorsitzenden des Fachverbands Philosophie Dr. Rolf stellte Klaudius Gansczyk eindringlich die immer schärfer werdenden Weltprobleme Armut und Hunger, globaler Umweltwandel sowie Krieg und Terrorismus vor. Er warb bei den Schülern dafür, sich bewusst zu machen, dass diese Probleme ihre Generation unausweichlich prägen werden. Er warb für eine Weltinnenpolitik und ein Weltethos im Geiste von Albert Einstein, Carl Friedrich von Weizsäcker und Hans Küng.

Danach war die Reihe an den Schülern selbst. Der Lehrer Hartmut Engels bietet seit Langem Philososophiekurse für die Grundschule an und kam nach Bonn mit Schülern im Alter von 12 bis 16, mit denen er bereits seit mehreren Jahren zusammenarbeitet. Die Schüler präsentierten die Kinderrechtskonvention der UN, stellten diese internationale Rechtsnorm dem Grundgesetz gegenüber, das auf Kinder kaum explizit Bezug nimmt, und eröffneten anschließend eine Diskussion im Plenum, ob Kindern und Jugendlichen das Wahlrecht zugestanden werden sollte. So viele gute Gründe sie auch anführten, überraschenderweise stimmte das Plenum nach zwanzig Minuten engagierter Diskussion fast einstimmig gegen ein solches Wahlrecht.

Während die Schüler sich anschließend in Arbeitsgruppen dem Menschenrechtskatalog annahmen, sprach Prof. Volker Steenblock von der Universität Bochum über den Bildungswert der Philosophie. Kritisch setzte er sich mit der seit der frühen griechischen Antike zu beobachtenden Professionalisierung der Philosophie auseinander und dem damit einhergenden Rückzug aus der Mitte des Lebens. Er warb für eine engere Verschränkung der akademischen und der schulischen Philosophie.

In einer Abschlussrunde stellten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 11 die Ergebnisse einer Priorisierung des Katalogs der Menschenrechte vor. Ein Großteil hatte sich im Zuge eines Gedankenexperiments für das Recht auf Leben entschieden, Diskriminierungsfreiheit und Freiheit von Folter folgten auf den Plätzen. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 12 und 13 diskutierten über die universelle Geltung der Menschenrechte. Die Frage, ob Menschenrechte ein westlicher Export seien und je nach Kultur unterschiedliche Geltung besäßen, führte zu hitzigen Diskussionen im gesamten Plenum. Das Ergebnis fiel jedoch eindeutig zugunsten der Universalität aus, da die Opponenten am Siedepunkt der Diskussion nicht anders konnten als zuzugeben, dass sie als "Advocatus diaboli" agiert hatten.

Weitere Veranstaltungen zum Welttag der Philosophie 2007
Übersicht


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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