COMEST
Die Weltkommission für Ethik in Wissenschaft und Technologie (COMEST) ist ein beratendes Organ der UNESCO. Ihr gehören 18 Experten der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Rechtswissenschaften, der Philosophie, der Kultur, Religion und Politik an. Sie werden vom UNESCO-Generaldirektor ernannt – wobei das Gremium geografisch und disziplinär ausgewogen zusammengesetzt ist. Ursprünglich sollte COMEST als intellektuelles Forum zum Erfahrungs- und Ideenaustausch dienen, sollte Entscheidungsträger beraten und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit fördern.
2003 wurden die Aufgaben von COMEST neu formuliert: COMEST soll nun vor allem zeitgemäße Debatten in alle Weltregionen tragen. COMEST soll spezifische Empfehlungen formulieren und internationale Normen setzen. COMEST soll zudem helfen, dass internationale Standards tatsächlich angewandt werden, dass das Bewusstsein für Ethik wächst und dass es in den Staaten die Kapazitäten gibt, um sich mit ethischen Fragen angemessen zu befassen.
COMEST tagt nur etwa einmal alle zwei Jahre. Die zweite Tagung von COMEST nach Oslo 1999 organisierte die UNESCO gemeinsam mit der DUK und der Bundesregierung im Dezember 2001 in Berlin. Die meisten Sitzungen danach fanden außerhalb Europas statt: 2009 in Malaysia, 2008 außerordentlich in Paris, 2006 in Dakar, 2005 in Bangkok und 2003 in Rio de Janeiro. Jede dieser Veranstaltungen wird durch viele Projekte in der entsprechenden Weltregion begleitet. Zum Beispiel wurden 2006 die westafrikanischen Ethik-Experten stärker vernetzt und die ethischen Fragen von Wissenschaft in Afrika verstärkt in den Blick genommen.
Den Vorsitz von COMEST führt derzeit der Franzose Alain Pompidou. Der deutsche Philosoph und Wissenschaftsethiker Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß ist von 2010 bis 2013 Mitglied von COMEST. Zuvor war mit der Physikerin und ehemaligen Thüringer Wissenschaftsministerin Prof. Dagmar Schipanski von 1998 bis 2003 eine deutsche Expertin Mitglied von COMEST.




