Februar 2007
Workshop zur Umsetzung bioethischer Prinzipien

- Experten diskutieren im Stresemann-Saal des Auswärtigen Amtes
Am 15. Februar 2007 veranstaltete das Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission einen Workshop zum Thema "Die Umsetzung bioethischer Prinzipien im internationalen Vergleich".
Experten aus den Bereichen Bioethik und Völkerrecht sowie aus Bundesministerien tauschten sich über Themenfelder der kulturübergreifenden Bioethikforschung aus. Das Ziel der Veranstaltung war, anhand von Fallbeispielen aus unterschiedlichen Ländern eventuelle Schwachstellen bei der Umsetzung bioethischer Prinzipien in der Praxis aufzuzeigen und daraus mögliche Lösungsansätze zu entwickeln.
Seit vielen Jahren werden internationale Vereinbarungen zur Bioethik geschlossen. Eines der wichtigsten Ziele der UNESCO derzeit ist, internationale bioethische Standards zu etablieren. Mit Unterstützung des IBC und IGBC hat sie in den letzten Jahren drei Erklärungen zur Bioethik verfasst. Darauf aufbauend formulierten viele Staaten nationale Regelungen und bauten Ethikräte oder Ethikausbildungsprogramme auf.

- Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter, Präsident der Nationalen Ethikkommission Schweiz
Auch die Bioethikforschung wurde immer mehr internationalisiert. In den letzten Jahren hat somit die Zahl der Forschungsarbeiten zu interkulturellen Unterschieden in der Konzeption von Ethik zugenommen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass oft die Unterschiede innerhalb eines Staates größer sind als die zwischen Staaten. Häufig divergieren Vorstellungen über Bioethik zwischen unterschiedlichen Ebenen oder Gruppen eines Staates, wie zum Beispiel zwischen Regierungsexperten und Klinikpersonal. Daraus folgt, dass bioethische Grundsätze aus internationalen Übereinkünften nicht automatisch Einzug in Forschungslabore und Kliniken halten. Auch wenn die Regierung den Prinzipien zugestimmt hat, ist die anschließende Umsetzung in die Praxis oft unzureichend.
Im Workshop diskutierten die Experten, wie gut multilateral vereinbarte Instrumente bewirken, dass bioethische Prinzipien die Breite der Gesellschaft erreichen. Außerdem behandelten sie die Frage, was die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und medizinischer Praxis leisten kann.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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